Umfrage in Italien: Regierung Berlusconi verliert an Popularität

23. September 2002, 11:43
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Auch unter den Mitte-Rechts-Wählern sinkt Vertrauen in die Exekutive

Rom - 15 Monate nach seinem Amtsantritt verliert der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi an Popularität. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Mailänder Tagezeitung "Corriere della Sera" hervorgeht, wuchs die Zahl der Befragten, die der Regierung Berlusconi eine negative Note geben, erstmals auf 50 Prozent. Im Juni waren es nur 43 Prozent gewesen. Laut der vom Politologen Renato Mannheimer durchgeführten Umfrage erklärten sich 20 Prozent der Befragen mit Berlusconis Arbeit zufrieden, 30 Prozent wollten sich zu den Leistungen der Regierung nicht äußern.

Laut Umfrage verliert Berlusconi auch unter den Wählern der beiden stärksten Parteien der Koalition, der Forza Italia und der rechten Nationalallianz, an Popularität. 76 Prozent der Forza Italia-Wähler, zeigten sich über Berlusconis Arbeit zufrieden, es sind acht Prozent weniger als im August. Auch unter den Wählern der Nationalallianz, der zweitstärksten Partei im Mitte-Rechts-Bündnis, sank die Zahl der Befragten, die sich mit den Leistungen der Exekutive zufrieden zeigten, auf 73 Prozent. Im August waren es noch 78 Prozent gewesen.

Vor allem das schwache Wirtschaftswachstum enttäuscht die Berlusconi-Wähler. Die schwierige Konjunktur zwingt Berlusconi, mit Umsicht seine Versprechen in puncto Steuersenkung umzusetzen. Dies habe mehrere Wähler enttäuscht, berichtete Mannheimer. Auch die Streitsüchtigkeit der Parteien des Mitte-Rechts-Blocks habe mehrere Wähler enttäuscht. (APA)

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    Ein Demonstrant mit Berlusconi-Maske

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