Wirtschaftsweiser Rürup: Neue Altersvorsorge ist "eierlegende Wollmilchsau"

20. September 2002, 15:34
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Private Vorsorge stattdessen mit neuem Modell zu fördern sei wichtig und richtig

Wien - In das geplante neue staatlich geförderte Altersvorsorgemodell sind nach Ansicht des deutschen "Wirtschaftsweisen" Bert Rürup zu viele Ziele hineingepackt. Gleichzeitig den Kapitalmarkt und die private Altersvorsorge zu fördern sei wie eine "eierlegende Wollmilchsau", so Rürup am Freitag im ORF-Mittagsjournal. Die private Vorsorge mit einem neuen Modell besser zu fördern sei wichtig und richtig, es seien aber noch viele Fragen offen.

Bei der Altersvorsorge müsse jedenfalls Sicherheit vor Rendite gehen. Richtig sei die Kapitalgarantie, die gleichzeitige Vorschreibung eines 60-prozentigen Aktienanteils sei dazu aber ein "gewisser Widerspruch". Eine "Lücke" ortet der Pensionsexperte Rürup laut ORF bei der Kapitalgarantie, die erst am Ende der Ansparphase eintreten soll. Wenn dem Vorsorgegedanken Rechnung getragen werde solle, müsse die Kapitalgarantie auch in der Ansparphase wirksam sein.

Finanzmarktaufsicht-Vorstand: Langfristiges Ansparmodell

Die Fokussierung auf österreichische Aktien relativiere zudem den "Charme der Kapitaldeckung", so Rürup weiter. Gerade bei der kapitalgedeckten Pensionsvorsorge sollten die Chancen der Internationalisierung ausgenutzt werden.

Finanzmarktaufsicht-Vorstand Kurt Pribil begrüßt das neue Modell, weil es ein langfristiges Ansparmodell darstelle. Die Finanzmarktaufsicht werde sich allerdings den vorgesehenen 60-Prozent-Anteil an Österreich-Aktien ansehen, denn die Diversifizierung des Risikos sei wichtig. Wenn ein Kapitalmarkt mehrere Jahre seitwärts gehen sollte, könnte es Probleme geben. (APA)

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