T-Mobile hat UMTS-Services gestartet

20. September 2002, 14:36
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WAP-Handys gewähren zumindest einen Eindruck auf die New Generation, die da in den nächsten Monaten aus der Taufe gehoben wird

Wien - Der zweitgrößte heimische Mobilfunker T-Mobile (vormals max.mobil) ist nach eigenen Angaben de facto mit der neuen Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunication Services) gestartet. Der Konzern hat am Freitag in Wien ein neues Endgerät präsentiert, auf dem die neuen UMTS-Services bereits via WAP angeboten werden. "Aus unserer Sicht ist das der UMTS-Start", sagte T-Mobile Austria-Geschäftsführer Georg Pölzl am Rande einer Pressekonferenz zur APA. Den technischen Start plant T-Mobile mit "Friendly Customers" in den nächsten Monaten - "auf jeden Fall noch in diesem Jahr", so Pölzl.

Das neue Endgerät, das der koreanische Handy-Erzeuger HDC für T-Mobile baut, das aber unter dem Namen des Mobilfunkers verkauft wird, hat ein etwa 6 Mal so großes Display, wie ein normales Handy. Das Gerät sieht aus wie ein Taschen-PC (PDA), der aber gleichzeitig auch ein Handy auf GPRS-Basis ist. Es wird über ein Microsoft Windows-System bedient und trägt den Namen MDA (Mobiler Digitaler Assistent). Pölzl hofft "in kurzer Zeit auf rund 10.000 Kunden".

T-Zones

Die neuen Angebote, die auf dem MDA laufen, sind in so genannte T-Zones eingeteilt. Die einzelnen Bereiche: News, Finanz, Sport, Musik und Spiele. Die Inhalte kommen von der T-Mobile-Internetschwester T-Online. Daneben gibt es einen eigenen Bereich, wo auch Partner ihre Angebote anbieten können. Außerdem hat das neue Portal auch eine E-Mail-Funktion und einen Download-Bereich, von dem aus Klingeltöne, kleine Bilder und Spiele auf das Handy geladen werden können.

Zusätzliche Inhalte sollen außerdem weitere Partnerschaften mit großen Medienkonzernen bringen: Nikesh Arora, zuständiger Vorstand im T-Mobile-Konzern, kündigte am Freitag bei der Präsentation des neuen Gerätes ein bis zwei neue Content-Partner für den europäischen Markt noch im kommenden Quartal an. Dabei soll es dem Vernehmen nach vor allem um Video-Downloads gehen.

Schritt in die Zukunft

Auch T-Mobile Austria-Geschäftsführer Friedrich Radinger spricht von einem "wesentlichen Schritt in die Zukunft der Datenservices". Derzeit sind die Nutzerzahlen im mobilen Internet allerdings noch relativ gering. Von insgesamt 2,089 Millionen T-Mobile Austria-Kunden nutzen 120.000 regelmäßig Internet via WAP. Die Zahl der GPRS-Kunden liegt derzeit bei 25.000 - Tendenz allerdings steigend. Kaum genützt wird vorerst die derzeit stark beworbene Bildmitteilung via MMS. Nach sechs Wochen am Markt hat T-Mobile in Österreich derzeit 5.000 MMS-Kunden.

Den Markenwechsel von max.mobil auf T-Mobile im Mai dieses Jahres hat das der zweitgrößte heimische Mobilfunker hingegen gut überstanden. 150 Tage nach der Umstellung sei die Kundenabwanderung (Churn-Rate) mit weniger als 1,5 Prozent so niedrig wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens. Die gestützte Bekanntheit von T-Mobile liege in Österreich mit 90 Prozent bereits höher als in Deutschland, dem Mutterland des Konzerns, berichtete Pölzl am Freitag weiter.

Umsatzeinbußen im ersten Halbjahr

Im ersten Halbjahr hat T-Mobile Austria, wie berichtet, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 46,6 Prozent auf 170 Mill. Euro gesteigert. Im Halbjahres-EBITDA enthalten sind allerdings auch 20 Mill. Euro aus dem Verkauf von Festnetzleitungen. Der Umsatz ging bei einem stagnierenden Gesamtmarkt um 4 Prozent auf 497 Mill. Euro zurück. Ihren Umsatz pro Kopf (Average Revenue per User - ARPU) hat T-Mobile Austria weiter ausgeweitet: Im durchschnittlich betrug der Pro-Kopf-Umsatz im ersten Halbjahr 29 Euro, um 2 Euro mehr als noch im Vorjahr. Die Österreicher sind für T-Mobile damit die lukrativsten Kunden in ganz Europa. (APA)

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