Wegen Etatkürzungen kaum Forschung auf ISS möglich

19. September 2002, 19:19
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Ziel nicht zu realisieren

Washington - US-Wissenschafter haben die Etatkürzungen der NASA für die Internationale Raumstation ISS scharf kritisiert, da damit eine wirkliche Forschungsarbeit kaum noch möglich sei. Eine Arbeitsgruppe der einflussreichen Wissenschaftsorganisation "National Academy of Science" kam zu dem Schluss, dass das Ziel der NASA, ein "erstklassiges Labor im All" zu haben, angesichts der Kürzungen nicht zu verwirklichen sei, bestätigte eine Sprecherin am Donnerstag.

Das Urteil der Wissenschafter ist ein harter Schlag für die NASA. Die Raumfahrtbehörde hatte argumentiert, dass eine fundierte wissenschaftliche Arbeit möglich sei, auch wenn der weitere Ausbau der Station gestoppt und die ISS auch in Zukunft nur mit drei statt mit sieben Astronauten bemannt werde. Die Arbeitsgruppe errechnete nun, dass eine dreiköpfige Crew 85 Prozent weniger Zeit für wissenschaftliche Experimente aufbringen könne. Sie sei vor allem damit beschäftigt, die täglichen Arbeiten in der Station zu erledigen.

Die Arbeitsgruppe sprach auch die Gefahr an, dass die internationalen Partner aus dem Projekt aussteigen könnten, da ihre Forschung besonders stark behindert werde. Die Europäer hatten die geplanten Kürzungen in der Vergangenheit mehrfach kritisiert. Sie fürchten auch, dass damit deutlich weniger europäische Wissenschafter zur ISS geschickt werden können. (APA)

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