Lebensnotwendiges Wasser in entfernten Sonnensystemen

18. September 2002, 22:15
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Es gibt Anzeichen - Beweis für "historische Entdeckung" steht aber noch aus

London - Italienische Astronomen haben möglicherweise zum ersten Mal das für jede Art von Leben notwendige Wasser auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen. Wie die britische Wissenschaft-Zeitschrift "New Scientist" am Mittwoch vorab berichtete, empfingen die Forscher Microwellen-Strahlung von Himmelskörpern, die Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Diese Strahlung könne entstehen, wenn infrarotes Licht von einem benachbarten Planeten im Weltraum auf Wasser treffe.

Falls sich die Vermutung bestätige, wäre dies eine "historische Entdeckung", sagte Cristiano Cosmovici vom Institut für Kosmische und Planetarische Wissenschaft in Rom. "Es wäre der erste Nachweis eines lebenswichtigen Moleküls auf einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems."

Microwellen-Strahlung

Mit einem Radio-Teleskop betrachteten die Astronomen in der Nähe der norditalienischen Stadt Bologna 17 Sterne, um die herum sie ein Planetensystem oder eine kosmische Wolke vermuteten. Drei Planetensysteme senden nach ihren Beobachtungen die viel versprechende Microwellen-Strahlung aus. Die deutlichsten Signale kamen demnach von drei Planeten, die um den 50 Lichtjahre von der Erde entfernen Stern Upsilon Andromedae kreisen. Dabei handele es sich um Gas-Riesen vergleichbar mit dem Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems.

Die italienischen Forscher trugen ihre Entdeckungen erstmals auf einem Astronomen-Workshop diese Woche in Österreich vor. Die versammelten Kollegen gaben zu bedenken, dass der Nachweis von Wasser nicht unbedingt bedeute, dass auf einem Planeten auch Leben zu vermuten wäre. Vor allem Gas-Riesen seien ein eher unwirtliches Zuhause, weil diese keine feste oder flüssige Oberfläche hätten. Bisher haben Wissenschafter insgesamt hundert so genannte Exoplaneten nachgewiesen, also Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems um einen eigenen Stern kreisen. (APA/AFP)

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    Auf dem Mars vermutet man noch mehr Wasser als einen bislang entdeckten, riesigen Eissee.

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