Vespa-Hersteller in der Krise

18. September 2002, 15:19
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Motorroller-Produzent Piaggio hat mit massiven Problemen zu kämpfen - Gewerkschaften sehen Italiens Motorrollerindustrie in Gefahr

Rom - Rund 2.000 Arbeitnehmer sind vom italienischen Motorrollerproduzenten Piaggio diese Woche auf Kurzarbeit gestellt worden. Die Maßnahme wurde wegen des Nachfragerückgangs von Scootern beschlossen. Die Gewerkschaften meinen, dass die Maßnahme der erste Schritt in Richtung eines massiven Personalabbaus sein könnte. Die Arbeitnehmerverbände befürchten, dass die Jahresproduktion von Motorrollern unter die Schwelle von 300.000 Einheiten sinken könnte, was Tausende von Arbeitsplätzen bedrohen würde.

Strategische Probleme

In den letzten vier Jahren hat Piaggio bereits 1.500 Arbeitsplätze abgebaut. Das Unternehmen rechnet bis Jahresende mit weiteren Verlusten, nachdem es Ende 2001 bereits rote Zahlen im Wert von 100 Mill. Euro gemeldet hatte. Auch strategische Probleme machen dem Produzenten des Kult-Motorrollers "Vespa" zu schaffen. Die geplante Ehe mit dem italienischen Motorradhersteller MV Augusta platzte im Juli, nachdem das grüne Licht der Banken zur Eindämmung der Verschuldung des Konzerns zu spät gekommen war.

Steuerbegünstigungen

Um der Branche unter die Arme zu greifen, erwägt die Regierung Berlusconi die Einführung von Steuerbegünstigungen für den Erwerb von ökologischen Motorrollern. Ähnliche Maßnahmen hatte das Kabinett bereits im Juli für die Autobranche ergriffen. Mehrere Autokonzerne entschlossen sich in den vergangenen Wochen, die Steuerbegünstigungen des Kabinetts zu verdoppeln, was den Italienern Einsparungen von bis zu 1.500 Euro beim Kauf eines Autos ermöglicht. (APA)

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Piaggio

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    Der Produzent des Kult-Motorrollers "Vespa", Piaggio, startet Kurzarbeit.

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