USA halten Nahost-Friedensplan der EU für voreilig

17. September 2002, 16:43
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Minister-Beratungen in New York fortgesetzt

New York/Jerusalem - Die europäische Friedensinitiative für den Nahen Osten stößt nicht nur bei Israel, sondern auch bei den USA auf Vorbehalte. Washington betrachte den Plan als zu detailliert und voreilig, sagte ein Vertreter der EU am Dienstag vor einem Treffen des so genannten Nahost-Quartetts in New York. Während die Diplomaten am Rande der UNO-Vollversammlung über ein Ende der Gewalt redeten, explodierte im Westjordanland ein Sprengsatz auf dem Gelände einer palästinensischen Schule. Fünf Schüler wurden dabei verletzt.

Wie aus diplomatischen Kreisen in New York verlautete, fühlen sich die Amerikaner im Hinblick auf die Friedensinitiative der Europäischen Union übergangen. Sie seien der Meinung, nicht ausreichend zu Rate gezogen worden zu sein, sagte ein EU-Vertreter mit engen Kontakten zur Palästinensischen Autonomiebehörde. Noch am Dienstag wollte das Nahost-Quartett am Rande der UNO-Vollversammlung zusammenkommen. Ihm gehören neben Repräsentanten der EU und der USA auch Vertreter der Vereinten Nationen und Russlands an. An dem Treffen in New York sollten auch Israelis und Palästinenser teilnehmen.

Der europäische Plan sieht unter anderem die Schaffung eines palästinensischen Staates vor, die am Ende eines dreistufigen Prozesses stehen soll. Die Palästinenser haben den Vorschlägen im Grundsatz zugestimmt, Israel dagegen lehnt sie ab. Der palästinensische Planungsminister Nabil Shaath, der die Palästinenser in New York repräsentiert, führte im Hinblick auf das Treffen des Quartetts zwei Tage lang Gespräche mit arabischen und europäischen Politikern. "Leider können wir nicht sagen, dass die Parteien sich auf einen detaillierten Arbeitsplan geeinigt haben, wie er von den Europäern vorgeschlagen wurde", sagte Shaath.

Experten des US-Geheimdienstes CIA haben am Dienstag in Jericho im Westjordanland mit der Ausbildung von palästinensischen Sicherheitsexperten begonnen. Zusammen mit jordanischen und ägyptischen Experten sollen sie helfen, die durch den zweijährigen Konflikt mit Israel völlig aufgeriebenen Polizeiapparat der Palästinenser wieder aufzubauen. (APA/AP/dpa)

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