Westerwelle im Finale zum besten Wahlkampfredner gekürt

17. September 2002, 14:31
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Schröder vor Fischer - "Bummerl" für Stoiber

Königswinter - FDP-Spitzenkandidat Guido Westerwelle hat sich kurz vor der deutschen Bundestagswahl zumindest in einem Punkt gegen seine Konkurrenten um das Amt des Regierungschefs durchsetzen können. Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) kürte ihn zum besten Wahlkampfredner Deutschlands. "Er bringt alles, was eine gute Rede ausmacht", sagte VRdS-Präsident Thilo von Trotha am Dienstag. "Eine echte Überraschung."

Der Verband bewertete die Spitzenkandidaten von SPD, Union, FDP und Grünen in der "Marktplatzsituation" vor Wählern, wobei allerdings nur jeweils eine Rede bewertet wurde. Westerwelle sicherte sich dabei den ersten Platz. Er habe eine "großartige Rede" gehalten, "die unter vielen Aspekten als rhetorisch brillant zu bewerten ist", urteilten die professionellen Redenschreiber. Auf Platz zwei landete Bundeskanzler Gerhard Schröder mit einer "gut strukturierten und souverän vorgetragenen Rede". Grünen-Spitzenkandidat Joschka Fischer sei hinter seinen "bekannten großen rednerischen Fähigkeiten" zurückgeblieben und erreichte nur Platz drei, erklärte der Verband.

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber kam bei der Bewertung der Rhetorik-Experten am schlechtesten weg. In der Rede, die er vergangene Woche in Wiesbaden hielt, seien Schwierigkeiten mit Syntax und Redestruktur "sehr deutlich" geworden. Die Botschaften seien streckenweise nicht eindeutig, die Formulierungen oft "unpräzise und wenig treffsicher" gewesen.

Bereits im Juni hatten die Rhetorik-Fachleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kandidaten bei ihrer Vorstellung auf den Wahlparteitagen unter die Lupe genommen. Damals hatte Westerwelle noch den letzten Platz belegt, gewonnen hatte Schröder. Fischer war auf Platz zwei gekommen, Stoiber auf Platz drei.(APA/AP)

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