Machtkampf bei AOL Time Warner

17. September 2002, 19:34
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Chairman Steve Case gerät wegen seiner Rolle bei der Übernahme Time Warners durch AOL unter Druck - Er will dennoch bleiben

New York - Der Verwaltungsrat des US-Medienriesen AOL Time Warner will offenbar seinen Präsidenten Steve Case vor die Tür setzen. Wie die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf Personen aus der unmittelbaren Umgebung des Verwaltungsrats berichtete, soll der Plan schon auf der nächsten Verwaltungsratssitzung am kommenden Donnerstag in die Tat umgesetzt werden.

AOL-Gründer Case will der Zeitung zufolge jedoch an der Spitze des Konzerns bleiben, den er Anfang 2000 durch die Fusion seines weltgrößten Internet-Anbieters mit dem Medienunternehmen Time Warner geschmiedet hatte.

Drei-Viertel-Mehrheit

Um die Pläne seiner Widersacher zu vereiteln, müsste Case mindestens drei der 14 Verwaltungsratsmitglieder auf seine Seite bringen, schrieb die "New York Times". Denn nur mit einer Drei-Viertel-Mehrheit könne der Rat seinen Präsidenten entlassen. Ein Unternehmenssprecher wurde allerdings in dem Zeitungsbericht mit der Aussage zitiert, die Gerüchte über einen erzwungenen Weggang von Case entbehrten jeder Grundlage.

Bereits Mitte Juli hatte mit Robert Pittman die Nummer zwei von AOL Time Warner und ein enger Vertrauter von Case abtreten müssen. Pittman war an der Aufgabe gescheitert, den unter der Flaute in der Internet-Branche leidenden Online-Dienst AOL wieder auf Kurs zu bringen. AOL war damals auf den Rang eines einfachen Geschäftsbereichs herabgestuft worden. Der Zusammenschluss hatte aus Sicht von Time Warner nicht die erhofften Vorteile durch die Verbindung eines traditionellen Medienunternehmens mit einem Internet-Dienst gebracht. (APA)

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    Mehrere Manager bei AOL Time Warner wollen seine Ablöse, Stephen Case will bleiben.

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