Quadriga will AHT von der Börse nehmen

16. September 2002, 12:23
posten

Abhängig von Annahmequote des Pflichtofferts

Graz - Der Vorstand der Austria Haustechnik (AHT) hat sich gegenüber den Aktionären für die Annahme des Pflichtangebotes der Quadriga Capital ausgesprochen. Die Quadriga hatte über ihre Tochter Freezing & Chilling Beteiligungs GmbH (FCB) ein Pflichtangebot zu 21 Euro je Aktie gelegt. Wie Quadriga am Montag mitteilte, sei geplant, "in Abhängigkeit von der Annahmequote die Börsennotierung zu beenden". Das Delisting von der Wiener Börse werde der AHT nicht schaden, hieß es.

Die Bekanntheit der AHT werde nach einem möglichen Rückzug von der Börse nicht leiden, betonte Quadriga. Man sei überzeugt, dass es viel mehr darauf ankomme, AHT durch seine Produkte bekannter zu machen. Ziel mit der Übernahme der AHT sei die Schaffung eines "technologisch und wirtschaftlich führenden Herstellers steckfertiger Kühl- und Tiefkühlsysteme", so Quadriga.

Pflichtangebot 41 Prozent über dem Buchwert

Der Angebotspreis an die Kleinaktionäre liege 41 Prozent über dem Buchwert je Aktie von 14,93 zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres, teilte das Unternehmen mit. Am vergangenen Freitag ging die AHT-Aktie mit 20,75 Euro aus dem Handel.

Mit dem Pflichtangebot erhalten verbleibende Streubesitzaktionäre die Möglichkeit, ihre AHT-Aktien wie die Paketaktionäre an den neuen Mehrheitseigner FCB zu verkaufen. Quadriga-Direktor Stephan Jaax wies darauf hin, dass verkaufswillige Aktionäre ihre Bank beauftragen müssten. Dies betreffe auch jene Aktionäre, die bereits das erste freiwillige Angebot angenommen hätten. Die Börse sei nicht immer der richtige Finanzierungsweg, zumal die "künftigen Anstrengenungen für Dividendenzahlungen wesentlich weniger Spielraum lassen" würden, so Jaax. Die enttäuschende Performance von AHT sei hier "ein bedauerliches Beispiel".

Plattform für weitere Beteiligungen

Der Kühlgerätehersteller AHT soll für Quadriga künftig zur Plattform für weitere Beteiligungen in dieser Branche werden. Außerdem plant die Quadriga den Produktionsstandort im obersteirischen Rottenmann zu stärken. Die auf mittelständische Firmen spezialisierte Quadriga-Beteiligungsgesellschaft hält derzeit - nach zwei gescheiterten Totalübernahmeangeboten - über ihre Wiener Tochter FCB 62,7 Prozent an der AHT. In den kommenden Jahren soll der Kühlgerätespezialist dann mit Übernahmen von Konkurrenten in eine neue Größenordnung gebracht werden.(APA)

Link

AHT

Share if you care.