Stadler-Ausschluss bleibt Thema

15. September 2002, 20:05
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Vorarlberger Freiheitliche suchen nun nach Verbündeten

Bregenz - Die Vorarlberger Freiheitlichen lassen nicht locker: Ewald Stadler soll aus der Partei ausgeschlossen werden. Die politische Zukunft des Volksanwaltes war beim Landesparteivorstand am vergangenen Wochenende erneut Thema.

Auf eine erste Ausschlussdrohung aus Vorarlberg hatte Stadler noch mit einem höhnischen "die sollen die Satzung lesen" reagiert. Nur die niederösterreichische Landesgruppe könne einen Ausschluss beantragen, behauptete der Jurist. Die Vorarlberger haben sich aber nun schlau gemacht und fühlen sich im Recht. Ihre Auslegung der Parteisatzung: Stadler könnte sehr wohl vom Bundesparteivorstand ausgeschlossen werden, weil er eine "Spitzenposition mit Bundesbedeutung" einnehme. "Wir werden weiter Fakten sammeln und uns mit anderen Landesgruppen akkordieren", erklärte FP-Landeschef Hubert Gorbach.

Rechnen können die Vorarlberger mit Schützenhilfe aus Tirol. Willi Tilg, Tiroler FP-Chef, hatte schon vor der Vorarlberger Sitzung Stadlers Ausschluss gefordert. Stadler habe alle Ausschlussgründe erfüllt, bliebe dies ohne Konsequenzen, drohe der Partei der Zusammenbruch, heißt es aus Tirol.

Fest zum Volksanwalt hält hingegen FP-Spitzenkandidat Herbert Haupt. Von einem Parteiausschluss hält Haupt "nichts", wie er in einem profil-Interview sagte. Man solle vielmehr "die Diskussion über die inneren Befindlichkeiten endlich einstellen und sich dem bevorstehenden Wahlkampf widmen", ruft Haupt zum Parteifrieden auf. Niederösterreichs Landeschef Ernest Windholz ergänzte: "Man kann sicher davon ausgehen, dass Stadler nicht ausgeschlossen wird." (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 16.9.2002)

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