Al Jazeera-Reporter verteidigt sich

15. September 2002, 13:35
2 Postings

Kein Zusammenhang zwischen Interview und Festnahme Binalshibhs

Kairo - Zwischen der Festnahme des mutmaßlichen Top-Terroristen Ramzi Binalshibh in Karachi und dem am vergangenen Donnerstag von El Al Jazeera ausgestrahlten Interview mit ihm besteht nach Angaben des Senders kein Zusammenhang. Reporter Yusri Foda, der das Interview geführt hatte, sagte am Sonntag, er akzeptiere keine Zweifel an seiner Integrität als Journalist. Er wolle nicht mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten und habe die El-Kaida-Mitglieder nicht an die pakistanischen Behörden verraten.

Als Beweis für seine Behauptung führte er an: Erstens habe er das Interview bereits im Juni geführt, zweitens hätten ihm die Terroristen auf dem Weg zu dem geheimen Ort, an dem das Interview stattfand, die Augen verbunden und ihn von Stadt zu Stadt gebracht. Auch den Weg des Video-Bandes seines Interviews hätte der pakistanische Geheimdienst unmöglich verfolgen können, fügte der Journalist hinzu.

Ursprünglich hatte Foda nach eigenen Angaben mit Binalshibh verabredet, dass ihm dieser das Video von der Begegnung zukommen lassen solle, nachdem er die Gesichter darauf unkenntlich gemacht hatte. Weil einer der Mittelsmänner, der das Band weitergeben sollte, jedoch plötzlich Geld verlangte, habe sich der Jemenit anders entschieden und ihm schließlich auf anderem Wege nur eine Tonbandaufzeichnung von dem Treffen zukommen lassen. In seiner Sendung am Donnerstag hatte Foda nur gesagt, das Interview habe in der Umgebung von Karachi stattgefunden. (APA/dpa)

Share if you care.