"Die Welt ins Haus bringen"

15. September 2002, 10:03
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Reader's Digest Österreich wird 50

"Reader's Digest hat mir in den fünfziger Jahren die Welt ins Haus gebracht", bekennt Heinz Fischer, amtierender Nationalratspräsident, im Inneren der Jubiläumsnummer des Reader's Digest-Magazins "Das Beste für Österreich". 50 Jahre hat das monatlich erscheinende Heft mit dem ungewöhnlichen Format 13 mal 18,5 Zentimeter auf dem Buckel. Die Zeitschrift, angesiedelt zwischen Boulevard- und Nachrichtenmagazin, hat sich eine Marktlücke gesucht und gefüllt. "Lebens- und konsumerfahrene Menschen ab 45", nennt Uwe Horn, Verlagssprecher für die Schweiz, Deutschland und Österreich, die Zielgruppe.

Die Idee von Reader's Digest ist es, kompakte Inhalte in größtmöglicher Breite anzubieten. Die Themenpalette, die "Das Beste" anbietet, reicht dementsprechend von der Witzseite zur Politikanalyse, von der Tierreportage zur Städtereise. Die Helden des Blattes heißen nicht Hermann Maier oder Nina Proll, sondern Marianne Hörbiger und Elfriede Ott. Inserate beschäftigen sich nicht mit Handys und Mode, sondern mit Mitteln gegen Falten und Verstopfung.

Treue Leserschaft

Der Verlag setzt auf Seriosität und hält sich mit reißerischen Schlagzeilen zurück. Schließlich hat Reader's Digest eine treue Leserschaft, der man nicht vor den Kopf stoßen darf. 90 Prozent von ihnen sind Abonnenten, viele lesen das Magazin schon seit Jahrzehnten. Trotz des Nischendaseins und unauffälligen Auftretens darf sich das Magazin über eine Österreich-Auflage von 70.000 Stück freuen.

International besteht der Verlag bereits seit 80 Jahren. In den zwanziger Jahren hat man damit begonnen, nur bereits erschienene Artikel von auswärtigen Journalisten einzukaufen, doch bereits 11 Jahre später erschienen die ersten ausschließlich für Reader's Digest geschriebenen Artikel. Heute notiert der Verlag an der New York Stock Exchange, beschäftigt 5.000 Mitarbeiter und konnte vergangenes Jahr eine Umsatz von 2,52 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Die dazugehörige Zeitschrift erscheint heute in 19 Sprachen und hat eine Auflage von 23 Millionen Exemplaren.

Medien- und Serviceunternehmen

Seit zwei Jahren versteht sich der Verlag auch zunehmend als Medien- und Serviceunternehmen. Schließlich liegt das Hauptaugenmerk keineswegs ausschließlich auf das Magazin. Das bekannteste Produkt des Konzerns sind seine sechs Mal im Jahr erscheinenden Bücherzusammenfassungen. Jeweils vier Romane werden gekürzt in einem Buch verlegt und im Abonnement versandt. Von diesen so genannten "Auswahlbüchern" kann der Verlag allein in Deutschland etwa 1,7 Millionen im Jahr verkaufen. Daneben vertreibt Reader's Digest jedoch auch CDs, DVDs, Reiseführer, Gesundheitsratgeber und neuerdings auch Nahrungsergänzungsmittel tritt auch als Finanzdienstleister auf. In Zukunft will sich Reader's Digest auch immer mehr auf E-Commerce spezialisieren, schließlich ist zu erwarten, dass sich auch die "Menschen 45plus" bald für den Internet-Markt interessieren werden. (APA)

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