Schwerelosigkeit im Weltraum verursacht Hirnschäden

14. September 2002, 18:46
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Versuchsratten an Bord der US-Raumfähre Columbia wiesen Störungen auf - bei Menschen noch keine Schädigungen entdeckt

Madrid - Die Schwerelosigkeit im Weltraum führt bei Tieren zu erheblichen Schädigungen des Gehirns und zu Verhaltensstörungen.

Zu diesem Ergebnis kamen spanische Wissenschafter im Rahmen des Forschungsvorhabens "Neurolab" der US-Raumfahrtbehörde NASA. Versuchsratten, die 1998 an Bord der US-Raumfähre Columbia 16 Tage lang im All waren, wiesen Störungen beim Fluss der Nervenzellen und bei der Steuerung des Hormonhaushalts auf.

Weibliche Ratten hätten jegliche Mutterinstinkte verloren

Weibliche Ratten hätten jegliche Mutterinstinkte verloren und ihre Jungen verhungern lassen, erläuterten die Wissenschafter Javier de Felipe und Luis Miguel Garcia-Segura nach Presseberichten vom Samstag in Madrid. Nach Ansicht der Zeitung "El Mundo" könnte sich damit der Traum des Menschen, eines Tages den Weltraum besiedeln zu können, erledigt haben.

Die Wissenschafter betonten jedoch, dass unklar sei, inwieweit der Tierversuch Rückschlüsse auf den Menschen zulasse. Bei den Ratten habe man junge Tiere genommen, deren Gehirne sich noch entwickelt hätten. Dagegen seien die Astronauten erwachsen. Zudem entspräche die Zeit von 16 Tagen, die die Ratten im Weltraum verbrachten, beim Menschen einer Zeit von mehreren Jahren. (APA/dpa)

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