Bhutto endgültig für Wahl in Pakistan gesperrt

13. September 2002, 14:34
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Ex-Regierungschefin war 1999 wegen Korruption verurteilt worden - Verurteilte Straftäter von Kandidatur ausgeschlossen

Karachi - Ein pakistanisches Gericht hat den Ausschluss von Ex-Regierungschefin Benazir Bhutto von der Parlamentswahl endgültig bestätigt. Das Wahlgericht in Karachi verwarf am Freitag alle drei Einsprüche von Bhuttos Volkspartei PPP. 30 protestierende Anhänger Bhuttos wurden vorübergehend festgenommen. Ein Anwalt Bhuttos, der das Urteil mit dem Ruf "Schande" quittierte, bekam wegen Missachtung des Gerichts eine Haftstrafe von sechs Monaten.

Bhutto, die im Ausland lebt, darf bei der Wahl am 10. Oktober nicht kandidieren, weil Militärmachthaber Pervez Musharraf verurteilte Straftäter hatte ausschließen lassen. Bhutto war 1999 wegen Korruption verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hatte dieses Urteil zwar später ausgesetzt und eine Neuverhandlung angeordnet. In einem anderen Korruptionsverfahren war Bhutto allerdings verurteilt worden, weil sie nicht vor Gericht erschien.

Auch die Ehefrau und der Bruder des früheren Regierungschefs Nawaz Sharif dürfen bei der Wahl im Oktober nicht antreten. Ihre Einsprüche wurden vom Wahlgericht ebenfalls abgewiesen. Sharif war 1999 von Musharraf in einem Putsch gestürzt worden und lebt ebenfalls im Ausland. Er hatte sich zunächst um eine Teilnahme an der Wahl beworben, dann jedoch verzichtet. Als Grund hatte er Solidarität mit Bhutto angegeben. Während ihrer jeweiligen Amtszeiten als Regierungs- und Oppositionschefs galten die beiden als erbitterte Feinde.(APA/dpa)

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