Wieder Erfolg für Wiener Wolfgang Pauli-Institut

13. September 2002, 09:18
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Neues EU-Projekt - Wiener Mathematiker managen in vier EU-Projekten bereits ein Budget von 5 Mill. Euro

Wien - Neuerlicher Erfolg für die Wiener Mathematiker am Wolfgang Pauli-Institut (WPI): Vor wenigen Tagen wurde in Brüssel ein mit 200.000 Euro dotiertes EU-Projekt im Rahmen des ALFA-Programms genehmigt, das vom Präsidenten des Pauli-Instituts, dem Wiener Mathematiker Peter Markowich, und seinem brasilianischen Kollegen Jorge Zubelli geleitet wird. Das EU-Programm ALFA fördert die Mobilität und den Austausch von Wissenschaftern zwischen lateinamerikanischen und europäischen Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Innerhalb weniger Wochen konnten damit die Mathematiker des WPI zwei große EU-Projekte an Land ziehen. Erst im August wurde von Brüssel das bisher größte europäische Forschungs-Ausbildungsnetzwerk in Mathematik (HYKE) genehmigt, das am Pauli-Institut in Wien gemanagt und von WPI-Direktor Norbert Mauser koordiniert wird. Das Projekt HYKE zum gezielten Austausch von Doktoranden und Post-Docs in Europa ist mit drei Millionen Euro dotiert.

Das ALFA-Projekt Markowichs widmet sich dem Thema "Nichlineare partielle Differentialgleichungen in Industrie und Technik". Es wird vom Wolfgang Pauli-Institut in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mathematik der Universität Wien getragen. Insgesamt sind zwölf Staaten daran beteiligt, aus Lateinamerika Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kuba und Uruguay, aus Europa Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Portugal und Spanien.

Damit werden bereits vier große EU-Netzwerkprogramme im Bereich der angewandten Mathematik am Wolfgang Pauli-Institut koordiniert. Neben dem ALFA-Projekt und HYKE handelt es sich dabei um das ebenfalls von Markowich geleitete, seit einem Jahr laufende Projekt INTAS, das sich mit "Partiellen Differentialgleichungen für die Modellierung von Halbleitern" beschäftigt, und ein EU-Projekt über Kombinathorik, das von Christian Krattenthaler, ebenfalls vom Wiener Institut für Mathematik, geleitet wird. Insgesamt wird mit den vier EU-Projekten am WPI ein Budget von rund fünf Millionen Euro gemanagt.

Während sich das Wolfgang Pauli-Institut international schon einen Namen gemacht hat, ist die direkte Förderung aus Österreich dagegen "noch sehr begrenzt", bedauert Markowich. Insbesondere mangelt es noch an einem Standort für das Institut, an dem die interdisziplinäre Forschung beheimatet sein soll.

Das Wolfgang Pauli-Institut wurde im Vorjahr als Verein von fünf Wittgenstein- und START-Preisträger und dem Leiter eines Wissenschaftskollegs mit dem Ziel gegründet, Wien auf dem Gebiet der angewandten Mathematik zu einem "global player" machen. (APA)

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