Karsai bittet die Welt um versprochenes Geld für Wiederaufbau

13. September 2002, 14:53
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Afghanistans Präsident fordert erneut Ausdehnung der internationalen Schutztruppe ISAF

New York - Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, versprochene Mittel für den Wiederaufbau seines Landes auch tatsächlich bereitzustellen. Das sei nicht nur für die Ankurbelung der Wirtschaft, sondern auch für die Sicherheit des Landes dringend erforderlich, sagte Karsai am Donnerstag in der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.

Karsai erinnerte daran, dass bei der Geberkonferenz in Tokio im Jänner 4,5 Milliarden Dollar versprochen worden waren. Davon sollten 1,8 Milliarden Dollar noch in diesem Jahr ausgezahlt werden. Der größte Teil des Geldes stehe aber weiterhin aus, sagte der Präsident. "Wir wünschen uns, dass aus den Versprechen Realität wird. Mit anderen Worten: Bargeld." Von der Verwirklichung größerer Entwicklungsprojekte wie dem Bau von Fernverkehrsstraßen hänge auch die Schaffung von Arbeitsplätzen ab. Das sei mit der Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität eng verbunden.

Karsai bat erneut um eine Ausdehnung der internationalen Schutztruppe ISAF auf alle Problem-Regionen Afghanistans. Bisher ist ihr Einsatz auf die Hauptstadt Kabul und die unmittelbare Umgebung beschränkt. Mehrere Provinzverwaltungen mit großen Sicherheitsproblemen hätten "dringend gebeten", dass bei ihnen ISAF-Soldaten stationiert werden, sagte der Präsident. Deutschland und andere Länder, die ISAF-Soldaten stellen, lehnen das bisher ab. (APA/dpa)

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