Bemühen um Sperriges und "Cross-over"

13. September 2002, 10:59
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Salzburger Literaturhaus stellte Herbstprogramm vor

Salzburg - Literatur möglichst vielen Salzburgern mit ungewöhnlichen Mitteln nahe bringen, das sehen die sechs im Salzburger Literaturhaus organisierten Vereine als ihre Hauptaufgabe.

So beinhaltet das Herbstprogramm 2002, das am Donnerstag bei einem Pressegespräch vorgestellt wurde, formal ungewöhnliche literarische Veranstaltungen und "Cross over-Projekten" wie Workshops, literarische Reisen und Stadtrundfahrten, Diskussionen, literarischen Filmen, Ausstellungen und eigenen Theaterproduktionen.

Der Verein Literaturhaus Eizenbergerhof hat sich mit sieben anderen deutschen und schweizer Literaturhäusern zusammengeschlossen und den "Preis der Literaturhäuser" gegründet. Erste Trägerin dieser auch für gelungene Vermittlung dieser Texte ans Publikum vergebenen Auszeichnung ist die Berliner Autorin Ulrike Draesner; Sie wird am 20. September in Salzburg lesen.

Thomas Mann-Schwerpunkt

Der wichtigste Schwerpunkt dieses Herbstes ist Thomas Mann gewidmet. Eine Stadtführung auf den Spuren des Literaturnobelpreisträgers, ein zehn-stündiges Hörspiel, den Visconti-Film "Tod in Venedig" und eine eigene Theaterproduktion von "Die vertauschten Köpfe" sollen jenen, laut Literaturhaus-Chef Tomas Friedmann, jahrzehntelang unterschätzten Autor gerade in Salzburg, das er sechs Mal bereist hat, entsprechend präsentieren.

Eine Zusammenarbeit vom Filmkulturzentrum "Das Kino", der Aktion Film und dem Literaturhaus ist die neue und durch Vorträge und Diskussionen ergänzte Reihe "trans.script". An verschiedenen Orten werden Filme über Literatur gezeigt. Darüber hinaus sind Salzburgs Jugendliche eingeladen, Drehbücher zu verfassen, die dann mit finanzieller Unterstützung der genannten Vereine gedreht werden soll. Dem Thema 'Sex und Literatur' ist eine Ausstellung und sechs Literaturveranstaltungen gewidmet, bei denen es, so Friedmann, wenn schon nicht Skandale, so zumindest einige Aufregung geben wird.

"Leseabenteuer"

Der Verein "Leselampe" konzentriert sich in diesem Herbst auf die verschiedenen Formen von Biografien. Mit Workshops, Literaturfrühstücken, Diskussionen in Bibliotheken auf dem Land und literarischen Radfahrten werden diese dem interessierten Publikum ebenso näher gebracht wie Peter Handkes zehn Salzburger Jahre in einer der Ausgaben der Literaturzeitschrift "Salz". Weiterhin betrieben werden soll die Homepage literaturnetz.at auf die im vergangenen Jahr monatlich 2.500 mal zugegriffen worden ist.

Die "Salzburger Autorengruppe" wird ab Ende November das Festival "Leseabenteuer" veranstalten, die erfolgreiche Kinderschreibwerkstätte auch heuer inklusive. Der Verein "prolit" holt junge Autoren aus Fernost nach Salzburg, darunter die Japanerin Hiromi Ito und Galsan Tschinag aus der Mongolei. (APA)

Detailprogramme unter 0662/422411

Link

literaturnetz.at
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