IP-Dienste werden nicht zum neuen Umsatzbringer

11. September 2002, 14:12
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Realität holt die Telekom-Industrie ein

Die Umsätze für Internet Protocol (IP)-basierte Dienstleistungen in West-Europa werden lediglich von derzeit jährlich 14 Mrd. Dollar auf rund 17,5 Mrd. Dollar in zwei Jahren wachsen. Dies sei zuwenig, um kurzfristig als Wachstumsträger der gebeutelten Branche wieder auf die Beine zu helfen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Analysten von Cap Gemini Ernst & Young und Dresdner Kleinwort Wasserstein am Mittwoch, in München vorgestellt wurde.

Zutiefst überzeugt

"Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass IP-Dienste einer der Schlüsselfaktoren für Innovationen und Geschäftsmodelle der Netzbetreiber werden. Allerdings sind wir skeptisch, ob mit Hilfe der IP-Dienste in den nächsten zwei Jahren die hohen Schulden und Netzwerküberkapazitäten abgebaut werden können", erläutert Helmut Gulde von Cap Gemini Ernst & Young das Fazit der Studie.

Moderat

Dienste wie Voice-over-IP oder IP-Storage werden der Studie zufolge in den nächsten zwei Jahren nur moderat wachsen. Im Gegensatz zu der von Industrieseite häufig vertretenen Ansicht, dass die IP-Technologie die Branche spalten würde, gibt es dabei nach Auskunft der Befragten nur zwei Probleme: Zum einen die Echtzeit-Dienste (insbesondere Sprache) in notwendiger Qualität anbieten zu können und zum anderen die Kosten durch komplexe Netzwerke. Verkäufer, Anbieter sowie Kunden müssen sich auf vernünftige Angebote mit hohem Gebrauchswert für den Endkunden und Nutzer konzentrieren. Gulde verweist dabei auf die Parallelen mit den UMTS-Mobilfunkgeräten: "Auch diese wurden trotz der unbestimmten Zukunft zum (Umsatz-)Retter in der Not gekürt, ohne diesen Anspruch in absehbarer Zeit einlösen zu können."

Chancen

Hart ins Gericht geht die Studie mit den hohen Umsatzprognosen vieler Analysten und Technologieanbieter für das Geschäft mit hochwertigen IP-Diensten. Zumindest was den kurzfristigen Ausblick angeht seien diese unrealistisch. Generell aber werden der IP-Technik gute Chancen eingeräumt: Sie wird aufgrund der einfachen Handhabung, ihrer Kostenvorteile in kleineren Netzwerken und ihrer Flexibilität für Provider, strategische Dienste anzubieten, das beherrschende Basisprotokoll. Dominieren wird das Internet Protocoll wohl in Local Area Networks (LAN) und Unternehmensnetzwerken. Generell wird es jedoch eine Netz-Welt bleiben, in der IP und andere Technologien koexistieren. Dadurch wird Switch-Technologien sowie Routern - und damit den Schnittstellen – eine besondere Rolle zukommen. (pte)

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