Vivendi-Chef auf US-Erkundungstour

11. September 2002, 13:21
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Vor Entscheidung zwischen US-Entertainment und Cegetel

Jean-Rene Fourtou, Chef und Sanierer von Vivendi Universal, steht in dieser Woche vor einer richtungsweisenden Entscheidung für den finanziell angeschlagenen französischen Medienriesen. Auf seiner ersten USA-Reise seit seinem Antritt als Nachfolger von Jean-Marie Messier trifft Fourtou die Chefs der US-Konzernteile Universal Music und Vivendi Universal Entertainment (VUE), berichtet die New York Times am Mittwoch. Es wird erwartet, dass der Vivendi-Sanierer danach eine Entscheidung trifft, die entweder eine Trennung von der US-Entertainmentsparte oder vom französischen Telekomunternehmen Cegetel beinhaltet. Am 25. September wird er diese Entscheidung in einer Vorstandssitzung dem Management darlegen.

Varianten

Im Auftrag von Fourtou soll der VUE-Chef Barry Diller bereits einen möglichen Verkauf der Universal Themenparks an ein privates Konsortium ausgelotet haben. Laut NYT ist die Blackstone Group, die bereits eine Minderheitsbeteiligung an den Vergnügungsparks besitzt, Teil des Konsortiums. Allerdings steht auch eine zweite Variante im Raum, die die Zukunft der US-Entertainmentsparte innerhalb des französischen Konzerns überhaupt in Frage stellt. Demnach soll ein Teil von VUE an den Börsen verkauft werden. Ein weiterer Teil würde an einen strategischen Partner, im Gespräch war bereits einmal Liberty Media, abgegeben. 51 Prozent verbleiben bei Vivendi Universal, das seine Beteiligung zu einem späteren Zeitpunkt reduziert oder an Konkurrenten verkauft. Es ist allerdings unklar, ob diese Überlegung nur für VUE gilt, oder ob auch Universal Music, das eine eigene Konzernsparte ist, in diesen Deal miteingeschlossen wäre.

Möglicherweise steigt NBC bei VUE ein

Für einen möglichen Einstieg bei VUE kommt der US-Fernsehsender NBC, im Besitz von General Electric, in Frage. NBC ist die einzige große TV-Station in den USA, die keine Beteiligung an einem der großen Hollywood-Studios besitzt. Der Wert von VUE wird auf neun bis zehn Milliarden Dollar geschätzt, könnte aber bei einem Verkauf an einen Konkurrenten wie Viacom oder News Corp laut Analysten bis zu 15 Milliarden Dollar bringen. Nick Bell, Analyst der Investmentbank Bear Sterns, glaubt laut NYT an einen Verkauf der US-Konzernteile. Die US-amerikanische Medienunternehmen hätten in einem zunehmend französischem Konzern keinen Platz, so Bell. Hinzu kommt, dass die 44-prozentige Beteiligung an Cegetel mehr Profit einbringt als die US-Unterhaltungssparte. (pte)

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