T-System Österreich: Wachstum trotz IT-Marktflaute

11. September 2002, 09:47
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Österreich-Chef Kemler: IT-Markt schrumpft heuer um zehn Prozent

Wien - Die Flaute am österreichischen IT-Markt hält weiter an. Rudolf Kemler, Österreich-Chef der Deutsche Telekom-Tochter T-Systems (vormals debis), rechnet heuer mit einem Rückgang des Gesamtmarktes um 10 Prozent. "Eine Erholung ist nicht einmal ansatzweise in Sicht. Auch im nächsten Jahr rechnen wir mit keinem signifikanten Wachstumssprung", sagte Kemler im Gespräch mit der APA. T-Systems Österreich erwartet für heuer dennoch einen Umsatzanstieg von 191 auf rund 200 Mill. Euro, auch das Ergebnis soll verbessert werden und damit weiter positiv sein.

Als "extrem" bezeichnet Kemler die Situation im öffentlichen Bereich. "Hier steht die Investitionslust fast auf Null". Aber auch Unternehmen würden ihre Investitionszyklen "ganz bewusst" verschieben. "Im Moment lautet das Motto 'Cash is King'", so Kemler.

Wirren des Vorstandswechsels

"Negativ beeinflusst" wurde das T-Systems-Geschäft aber auch durch die Wirren im Zuge des Vorstandswechsels. Dieser habe im Wahlkampf eine Rolle gespielt, die das Unternehmen "lieber nicht gesehen hätten". Verträge seien zwar keine gekündigt worden. "Viele Kunden glauben aber, es geht uns schlecht, was betriebswirtschaftlich nicht der Realität entspricht", betonte Kemler.

Im Gegenteil: Der Personalstand bei T-Systems Österreich soll sich - nach zahlreichen neuen Großaufträgen etwa von Magna Steyr und BP - heuer von 714 auf 750 Mitarbeiter erhöhen. Dennoch will auch Kemler zum Abbau des Schuldenstands der Deutschen Telekom beitragen. Ein "Maßnahmenplan" sieht Einsparungen etwa im Marketing, in der Werbung oder bei Reisekosten vor. "Wir wollen zeigen, dass wir alle Einsparungsmöglichkeiten wahrnehmen", so Kemler.

Gesundheitsbereich und Outsourcing

Im Umsatz wachsen wird T-Systems in Österreich heuer nur im Gesundheitsbereich und vor allem im Outsourcing. "Im Schnitt spart man durch IT-Outsourcing 15 Prozent der Kosten. Daher geht der Trend in diese Richtung", so der T-Systems-Chef.

Akquisitionen schließt Kemler für die nächsten 18 bis 24 Monate aus - nicht nur für Österreich sondern auch für die Region Zentral- und Osteuropa, für die der Wiener Vorstand ebenfalls zuständig ist. Man wolle organisch wachsen, um die Schulden des T-Konzerns abzubauen, heißt es.

Einen Verkauf der T-Systems wiederum, wie zuletzt in einigen Medien kolportiert, schließt Kemler ebenfalls aus. Die T-Systems sei das "Kerngeschäft" der Deutschen Telekom. Lediglich Partnerschaften seien denkbar, aber auch dafür gebe es derzeit "keinen konkreten Anhaltspunkt".(APA)

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