ATB und AE&E prüfen gemeinsame Einkäufe bei gleichen Lieferanten

10. September 2002, 10:00
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Kovats denkt auch an Austrian Energy and Environment-Übernahme

Wien - Der steirische Kleinmotorenhersteller ATB und die AE&E werden in Zukunft möglicherweise gemeinsam einkaufen. "Wir lassen gerade prüfen, ob das was bringt, beispielsweise bei Stahl. Beide Unternehmen kaufen vielfach bei denselben Lieferanten, wenn auch unterschiedliche Qualitäten", sagte Mirko Kovats, Neoeigentümer der ehemaligen Babcock-Tochter Austrian Energy and Environment am Montagabend in Wien. Darüber hinaus sieht Kovats keine industriellen Synergien zwischen den beiden unter einem gemeinsamen Holding-Dach vereinigten Unternehmen.

Kovats und sein Partner Christian Schmidt hatten Ende 2001 die ATB von der heimischen "Pleiteholding" GBI erworben, Ende August 2002 folgte der Kauf des zum insolventen Babcock-Konzern gehörigen Energie- und Umwelttechnikanbieters Austrian Energy mit Standorten in Wien, Graz und Kroatien. In den nächsten Wochen wollen Kovats und Schmidt auch dessen Tochter AE Industrieservices mit 230 Mitarbeitern erwerben.

Weitere Akquisitionen nicht ausgeschlossen

Auch weitere Akquisitionen wollte Kovats, der sich zuletzt auch für die Übernahme der Traiskirchener Semperit Reifen interessiert hatte, nicht ausschließen. Es gebe in Österreich in zahlreichen Branchen ein "Riesenpotenzial an Unternehmen mit einem tollen Kern von Know How, dem aber nur wenige Investoren gegenüberstehen", meinte der Industrielle bei einer Veranstaltung im Zigarrenklub in Wien. Er wolle sich auch in Zukunft auf die angestammten Branche Maschinenbau/Metall beschränken.

Über den Kaufpreis für die Austrian Energy wollte Kovats nichts verlauten, bestätigte aber eine Kapitalspritze von 15 Mill. Euro in den Betrieb. Es gehe derzeit darum, die Material- und Personalkosten zu senken und trotz mancher "unangenehmer Gespräche" mit Lieferanten und Beschäftigten die Mannschaft zu motivieren. Die Zahl der österreichischen Mitarbeiter soll, hauptsächlich durch den "natürlichen Abgang", von derzeit etwas über 300 auf 230 bis 250 gesenkt werden. Der Auftragsstand der AE&E sei gut, hieß es.

Dass Betriebe wie die AE&E am besten in Großkonzernen aufgehoben seien, bezweifelt Kovats. Der Einstieg von Babcock vor einigen Jahren habe dem Unternehmen "nichts gebracht - eher im Gegenteil", meinte der Industrielle: Märkte seien dem Unternehmen "weggenommen", Know How "abgezogen" worden. (APA)

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