Sieben auf einen Streich

10. September 2002, 19:17
posten

Finanzmarktaufsicht erteilt sieben Mitarbeitervorsorgekassen Konzession

Wien - Grünes Licht für die neuen Abfertigungskassen. Am Dienstag hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) sieben der neun Konzessionswerber für Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) einen positiven Bescheid zugestellt. Damit ist der letzte formale Schritt gesetzt, damit die Abfertigung neu wie geplant mit Jahresbeginn 2003 in Kraft treten kann.

Wie erwartet, sind folgende Institute mit einer "Lizenz zur Geldvermehrung" dabei: die APK MVK AG (der Allgemeinen Pensionskasse, APK), die Bawag Allianz MVK, die Bonus MVK AG (Generali und Zürich Kosmos), die Niederösterreichische Vorsorgekassen AG (NÖ Landesbank-Hypothekenbank AG und Niederösterreichische Versicherung), die ÖVK Vorsorgekasse AG (Raiffeisen), die VBV MVK AG (Vereinigte Pensionskassen / VPK und BVP-Pensionskassen) und die Victoria Volksbanken MVK AG.

"Zügig und effizient"

Die FMA sei bei der Konzessionsvergabe "zügig und effizient" vorgegangen, meinte FMA-Vorstand Kurt Pribil in einer Aussendung. Berücksichtigt wurden alle bis zum 1. August 2002 eingelangten Anträge. Das erklärt, warum Siemens und BUAK, die Bauarbeiterkasse, noch keinen positiven Bescheid bekamen. Beide Institute haben ihre Anträge später eingebracht. Bei Siemens geht Stefan Eberhartinger, der Chef der konzerneigenen Pensionskasse, davon aus, dass man den Zuschlag bekomme.

Die Konzessionserteilung war die erste Bewährungsprobe für die Struktur der seit April operativ tätigen Allfinanzaufsichtsbehörde. Eine "Task Force" mit Vertretern der Banken-, Versicherungs-und Pensionskassenaufsicht soll die reibungslose Umsetzung der im Bundesgesetz über die betriebliche Mitarbeitervorsorge (BMVG) geregelten Kassen beaufsichtigen.

Gespeist werden die Kassen ab 2003 aus jenen Beiträgen, die Arbeitgeber für Neubeschäftigte (ab Jänner 2003) einzahlen. Der monatliche Betrag beträgt 1,53 Prozent des Bruttolohns des jeweiligen Beschäftigten. Ziel ist zudem, dass in die neuen Kassen auch in großem Stil Ansprüche aus bestehenden Abfertigungsverträgen übertragen werden. Die Kassen dürfen bei Ersteinzahlung maximal drei Pro- zent des Einzahlungsbetrags als Verwaltungsgebühr und jährlich 0,8 bis ein Prozent an Vermögensverwaltungsspesen einheben. (ung, DER STANDARD, Printausgabe 11.9.2002)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.