Vernetzt, verknüpft und glücklich quer gedacht

9. September 2002, 20:48
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Die vernünftigste Antwort auf das "Schreckgespenst" der Globalisierung heißt auch in Oberösterreich: "Clusterbildung"

Oberösterreich mausert sich. Man achtet darauf, die regionale Wertschöpfung zu stärken und Wissen und Fleiß verschiedenster Branchen zu bündeln und weiter aufzubauen. Unter den Initialen KC haben sich Kunststoffverarbeiter, -händler und -forscher die Hände gereicht und zum Oberösterreichischen Kunststoff-Cluser zusammengefunden. Träger ist die Oberösterreichische Technologie- und Marketinggesellschaft m.b.H. (TMG), die Technologiemanager und Standortentwicklungsagentur des Landes Oberösterreich. Der Cluster ist längst kein "kleiner Fisch" mehr: immerhin machen die Mitglieder etwa 5,15 Milliarden Euro Umsatz, davon sind kunststoffrelevant immer noch 3,5 Milliarden Euro - eine stolze Zahl.

Kooperationsbewusstsein

Die Hälfte der Partner werken im kunststoffverarbeitenden Bereich, mehr als ein Viertel entfallen auf Maschinen-, Formen- und Werkzeugbau, der Rest auf Rohstoffhändler sowie kunststofftechnische Dienstleister und Institute für Forschung und Entwicklung. Der Cluster hat sich als Plattform für neue technologische Spitzenleistungen am Kunststoffsektor bereits vielfach bewährt. Durch die Vertiefung des Kooperationsbewusstseins und Bündelung der Innovationspotenziale trägt er natürlich zur Identitäts- und Imagestiftung Kunststoff-Region Oberösterreich bei. Man kooperiert und präsentiert sich durch ein gemeinsames Marketing.

Mittlerweile sind längst nicht mehr nur oberösterreichische Firmen und Institute Mitglieder. Gemeinsam stark sein ist ein Motto, das nicht nur für Familien, sondern auch für große und kleinere Unternehmen gilt. Das heißt nun nicht, dass ein Beitritt zum Cluster bereits "die halbe Miete" ist und das Unternehmen sich dann ausruhen kann, um vom Cluster Aufträge zu erwarten. Im Gegenteil. Vielmehr wird von jedem Mitglied großes Engagement erwartet, Loyalität, Wissensaufbau und darauf folgender Know-how-Transfer in den Cluster. Nur dann kann der Cluster auch wirklich stark sein und gegen die globale Konkurrenz leistungsfähig ankämpfen. Von der Mitgliedschaft kann man sich einiges erwarten. Viele Projekte zeigen sich als modern und effizient. Etwa jenes der "Kostensenkung im Bereich Engineering Plastics".

Durch das Vergleichen der Einkaufskonditionen sowie der Preis-, Leistungs- und Qualitätsanforderungen wurde für die beteiligten Unternehmen eine Kostensenkung erreicht. Oder das KVP-Projekt, das wohl in beinahe jeder Branche zur Umsatzentwicklung beitragen würde. Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich das optimistische Programm der "Kontinuierlichen Verbesserungsprozesse". KPVs werden eingeführt und bestehende Kernprozesse durchleuchtet. Weiters sind die Verbesserung der bestehenden KVPs und die Durchführung prozessorientierter Pilotprojekte geplant. Die Projektlaufzeit begann im Jänner des Vorjahres und endet heuer im Dezember.

Kow-how für alle

Bis in den April 2003 läuft ein Wissensprogramm auf dem Sektor Bauteil- und Technologieentwicklung, genannt "Kleine-Spritzgusssysteme". Ein wendiger Know-how-Transfer bezüglich Spritzgießtechnologie, Bauteilentwicklung und Werkzeugbau im Bereich kleiner spritzgegossener Systemlösungen soll allen Teilnehmern innovative Ideen näher bringen. Ziel ist die Entwicklung und Produktion von neuen Mikroprodukten für ausgewählte Märkte auf Basis des neuesten Standes der Technik. Der Kunststoff-Cluster ist ein Vorhaben im "Strategischen Programm OÖ2000+" und wird aus dem "OÖ Zukunftsfonds" finanziert. (kredo/DER STANDARD, Printausgabe, 10.9.2002)

Cluster für die Zukunft - Diese Serie entsteht mit finanzieller Unterstützung von der Johannes Kepler Universität Linz
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