Gentechnikfreie Lebensmittel durch "Suisse qualite"

9. September 2002, 16:06
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Landwirtschaft und Umweltorganisationen fordern Moratorium

Bern - In der kleinräumigen Schweiz ist eine Koexistenz von Gentech-Pflanzen und gentechnikfreier Landwirtschaft laut einer Studie nicht möglich. Pollen werden durch Wind oder Insekten kilometerweit transportiert und auf andere Pflanzen übertragen. Auch nach der Ernte können sich konventionelle Nahrungs- und Futtermittel mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) vermischen. Dies erklärten Pro Natura, Greenpeace und der Bauernverband heute, Montag in Bern.

Greenpeace und Pro Natura forderten ein GVO-Moratorium, wie es in der EU schon seit 1998 besteht. Die Schweiz dürfe nicht zum Versuchslabor werden, sagte Beat Jans von Pro Natura.

Für den Schweizerischen Bauernverband sei eine gentechnikfreie Schweizer Landwirtschaft der beste Weg, hieß es. Deshalb sei zusammen mit Agromarketing Suisse (AMS) das Projekt "Suisse qualite" begonnen worden. Dieses Label soll GVO-Freiheit garantieren und 90 Prozent der Schweizer Lebensmittel umfassen. Daran beteiligt sind auch Coop und Migros.

Noch sei eine GVO-freie Lebensmittelproduktion möglich, sagte Karin Nowack vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick. Internutrition, eine Dachorganisation von Firmen aus der Agro- und Lebensmittelbranche, kamen hingegen zum Schluss, dass Bio- und Biotech gemäß einer Studie der EU-Kommission sehr wohl nebeneinander existieren könnten. (APA)

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