Annäherung zwischen rivalisierenden Kurdenparteien im Irak

9. September 2002, 14:17
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KDP und PUK unterzeichnen Versöhnungsvereinbarung

Ankara - Angesichts eines drohenden Angriffs auf den Irak haben zwei verfeindete Kurdengruppierungen im Norden des Landes eine Versöhnungsvereinbarung unterzeichnet. Die USA haben sich seit Jahren um eine Kooperation der beiden Parteien bemüht, die rund 75.000 Kämpfer mobilisieren können. "Die Umstände schreiben uns vor, dass wir zusammenarbeiten", erklärte Safin Disaji, Vertreter der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP), am Montag in Ankara. "Die Annäherung zwischen beiden Seiten hat sich nach dem 11. September beschleunigt."

Der Führer der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), Jalal Talabani, und KDP-Chef Massud Barzani trafen am Wochenende in der irakisch-kurdischen Stadt Irbil zusammen, um die Differenzen zwischen beiden Seiten beizulegen und nach Wegen einer Zusammenarbeit zu suchen. Es war das erste offizielle derartige Treffen der beiden seit drei Jahren. Im April sollen sie allerdings heimlich in Deutschland zusammengekommen sein, um mögliche Pläne zum Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein zu besprechen.

Einer gemeinsamen Erklärung zufolge kamen sie am Wochenende überein, einen Ausschuss zu bilden, der eine "gemeinsame Position zu regionalen und internationalen Fragen formulieren" soll. Eine kurdische Regionalversammlung soll am 4. Oktober zusammenkommen. Beide Seiten hätten identische Ansichten hinsichtlich interner demokratischer und politischer Veränderungen in Irak vertreten, hieß es weiter.

KDP und PUK haben bisher zurückhaltend auf amerikanische Überlegungen über einen möglichen Angriff auf Irak reagiert. Die KDP und die PUK kontrollieren die autonome Kurdenregion im Norden Iraks.(APA/AP)

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