Viel Metall für die neuen Silberpfeile

9. September 2002, 11:30
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25 neue Wiener U-Bahnzüge sind bestellt

Wien - Der Prototyp des neuen U-Bahnwaggons der Wiener Linien geht nun in die Serienproduktion. Die Besonderheit des neuen Zuges, der dem "Silberpfeil" nachfolgen wird: Er ist von vorne bis hinten in einem durchgängig. Neu ist auch ein Mehrzweckabteil für Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle, und eine Videoüberwachung des Fahrgastraumes. Nach dem Probebetrieb, der seit April 2001 läuft, haben die Wiener Linien nun 25 Wagen vom Hersteller Siemens SGP geordert - und zwar alle mit Metallsitzen.

Der neue U-Bahnzug ist ein sechsteiliges Gelenkfahrzeug, das etwa 112 Meter lang ist. Damit ist die Baulänge zwar in etwa gleich wie die der Silberpfeile, da das Fahrzeug aber durchgängig ist, bietet es mehr Platz, hieß es. Insgesamt können 900 Fahrgäste transportiert werden.

Auch der Spalt zwischen Bahnsteig und Fahrzeug wurde verringert, versprechen die Wiener Linien. Hinter dem Fahrerstand werde es etwa keine Lücke geben. Dort befinde sich nämliche eines der beiden Mehrzweckabteile, in die ausfahrbare Rampen eingebaut sind. Sie sind gedacht für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder, aber auch für Koffer, und schwere Einkaufs- oder Reisetaschen. Neu sind auch die Sitze: Sie sind aus Metall und haben keine Polsterung, da diese laut Wiener Linien "passe" sind.

Laut Wiener Linien ist der Probebetrieb überwiegend positiv verlaufen. Technische Probleme seien während der Testphase so gut wie keine aufgetreten. Auch die Fahrgäste seien zufrieden gewesen. Vor allem die Durchgängigkeit des Zuges sei gut angekommen, hieß es.

Kleine Verbesserungen gegenüber dem Prototyp werde es aber trotzdem geben: Der Fahrgastraum werde glatte statt strukturierte Seitenwände bekommen, da diese sich besser reinigen ließen, so die Aussendung. Nicht eingebaut würden die Armlehnen, die schwer zu reinigen und vandalismusanfällig gewesen seien. Im Einstiegsbereich werde es zudem zusätzliche Anhaltemöglichkeiten für die Fahrgäste geben, und der schmutzanfällige helle Fußboden wird etwas dunkler gestaltet.

Höchste Standards versprechen die Wiener Linien in punkto Sicherheit: Am Dach sind Rauchmelder angebracht, und am Unterboden Wärmefühler. Sollte es zu einem Brand kommen, sind Spritzdüsen eingebaut, die das Feuer löschen sollen. Zudem wird der Fahrgastraum per Videokamera ständig überwacht.(APA)

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