Weiter dichter Rauch über Moskau

8. September 2002, 17:14
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Schlimmste Waldbrände seit 30 Jahren, gefährden Gesundheit

Moskau - Die schlimmsten Waldbrände rund um Moskau seit 30 Jahren haben am Sonntag zu Einschränkungen im Flugbetrieb der russischen Hauptstadt und zu einer neuen Gesundheitsgefährdung geführt. Über den Straßen und Häusern hingen dicke Rauchwolken in der Luft, die Augen und Atemwege reizten. Stellenweise lag die Sichtweite im Stadtzentrum am Mittag unter 500 Metern, in den Außenbezirken betrug sie nur 50 Meter.

Das Fernsehen zeigte Luftaufnahmen brennender Wälder und dichter Rauchsäulen, die sich in Richtung der Zehn-Millionen-Metropole wälzten. Nach Angaben des Wetteramtes waren weiterhin keine Regenfälle in Sicht.

Die wichtigsten Passagierflughäfen schränkten am Mittag den Betrieb ein und lenkten ankommende Maschinen auf andere Städte um. Die Schadstoffbelastung der Luft in Moskau nahm erneut zu. Nach Angaben des Gesundheitsamtes stieg die Kohlenmonoxid-Konzentration auf das 1,5-Fache des Grenzwertes. Im Rundfunk wurde ein Experte zitiert, der den Rauch als "den schlimmsten seit 1812" bezeichnete. Damals war die die Stadt von den Verteidigern vor den heranrückenden Truppen Napoleons angezündet worden.

Ein Großaufgebot von mehreren tausend Feuerwehrleuten, unterstützt von Einheiten der russischen Armee, kämpfte gegen die Wald- und Torfbrände rund um Moskau. Doch auch nach mehrtägigem Einsatz brachten sie die Feuer nicht unter Kontrolle. Vielmehr breiteten sich die Flammen weiter aus. Auch der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern brachte bisher nicht die erhoffte Wirkung, berichtete das Fernsehen.

Die Flammen wüteten auf einer Gesamtfläche von über 600 Hektar an insgesamt 207 Brandherden. Meteorologen rechneten damit, dass sich der Rauch noch mehrere Tage über Moskau hält. (APA/dpa)

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    Moskau, Sonntagmittag

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