Schüssel: "Fürchte mich nicht" vor Neuwahlen

8. September 2002, 15:20
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Kritik am "kleinlichen Streit" in der FPÖ - Stolz auf "handlungsfähiges Regierungsteam"

Wien - Scharfe Kritik hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) am Sonntagnachmittag am Machtkampf in der FPÖ geübt. "Österreich braucht gerade in diesen Tagen handlungsfähige Politiker, die ihr Handwerk verstehen", meinte Schüssel bei dem Erntedankfest in Wien mit Blick auf Hochwasser und schlechte Konjunktur. Er verstehe deshalb nicht, warum manche mit einem "kleinlichen Streit" ihre eigene Partei in Schwierigkeiten brächten. Neuwahlen schloss Schüssel nicht aus.

Es könne sein, dass in dieser "schwierigen Situation" der Wähler entscheiden müsse: "Ich fürchte mich nicht vor solch einem Votum", rief ein kämpferisch wirkender Kanzler beim Fest des Bauernbundes ins Mikrofon.

Er selbst sei stolz, ein handlungsfähiges Regierungsteam zu führen, betonte Schüssel. Man habe in der Zeit der EU-Sanktionen nicht aufgegeben. "Wir werden auch jetzt nicht weich werden oder zittrige Knie bekommen, weil manche an der Basis glauben, einen erfolgreichen Regierungskurs in die Knie zu zwingen. Nicht mit mir."

Angesichts der in Kürze bevorstehenden EU-Erweiterung seien "Problemlöser" gefragt und nicht "Problemerzeuger": "Ihr könnt sicher sein - bei uns sind Profis am Werk, die sich nicht leicht beeindrucken lassen, die aber fühlen, wo die Menschen der Schuh drückt", zeigte sich Schüssel bemüht, jeden Verdacht der Handlungsunfähigkeit seiner Regierungsmannschaft zu zerstreuen. (APA)

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