Zukunft Kroatiens liegt in der EU

6. September 2002, 21:10
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Kroatischer Präsident Mesic plädiert dafür und warnt davor, Südosteuropa in EU zu integrieren

Schlaining - Der kroatische Präsident Stipe Mesic hat Freitag Nachmittag bei einer Podiumsdiskussion im Friedenszentrum auf Burg Schlaining betont, dass Südosteuropa nach wie vor noch nicht "vollständig befriedet und stabilisiert" sei. Es sei nicht ohne Risiko, Südosteuropa in die Europäische Union zu integrieren, doch sei es noch gefährlicher, Südosteuropa auf Dauer aus der EU auszuschließen, sagte Mesic in einer Diskussion, an der auch der jugoslawische Außenminister Goran Svilanovic und der finnische Ex-Präsident Martti Ahtisaari teilnahmen.

"Keine eisernen Vorhänge"

Die internationale Gemeinschaft und die EU könnten und müssten eine wichtige Rolle bei der europäischen Integration der Balkan-Staaten spielen, führte Mesic aus. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass zwischen den entwickelten Ländern Europas und den Transformationsstaaten "neue eiserne Vorhänge" heruntergelassen würden. Die Zukunft Europas liege in einem Beitritt zur EU, betonte der Präsident.

"Krisenpunkte"

Svilanovic betonte, dass die jugoslawische Demokratie sich dem Frieden und der Zusammenarbeit verpflichtet fühle. Er räumte aber auch ein, dass diese Demokratie noch nicht gefestigt sei. Auf dem Balkan gebe es nach wie vor fünf "Krisenpunkte", sagte Svilanovic, der auf das schwierige Verhältnis zwischen Serbien und Montenegro, die Kosovo-Frage, die Instabilität in Mazedonien, die Integration in Bosnien-Herzegowina und auf die Situation in Albanien hinwies.

Ahtisaari betonte gleichfalls die Notwendigkeit, Südosteuropa in die Europäische Union zu integrieren. Der finnische Ex-Präsident merkte aber auch an, dass dieser Prozess "nicht einfach sein werde". Das Friedenszentrum auf Burg Schlaining beging Freitag mit einem Festakt seinen 20. Geburtstag. (APA)

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