"An der Schwelle zu einer echten Aids-Epidemie"

6. September 2002, 10:00
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Peking spricht von "sehr ernster" Lage - bis zu zehn Millionen Infizierte in acht Jahren

Peking - China steht "an der Schwelle zu einer echten Aids-Epidemie". Bis zum Jahr 2010 könnte es mehr als zehn Millionen Infizierte geben, wenn mit der Gefahr nicht angemessen umgegangen werde, warnte am Freitag der Generaldirektor der Abteilung zur Krankheitsbekämpfung im Gesundheitsministerium, Qi Xiaoqiu, vor Journalisten in Peking. Die Lage sei "sehr ernst".

Es war das erste Mal, dass Chinas Regierung sich diese schon in UN-Berichten gegebene Einschätzung zu Eigen gemacht hat. Nach seinen Angaben zählt China bis heute eine Million Infizierte. In Asien stehe China damit auf Platz vier und weltweit auf Platz 17. Der Bevölkerungsanteil liege zwar nur bei 0,08 Prozent, doch seien die absoluten Zahlen wegen der großen Bevölkerung Chinas "sehr groß".

Es gebe in China drei Kategorien. Im Südwesten und Nordwesten des Landes, insbesondere in den Provinzen Yunnan, Guangxi, Sichuan und Xinjiang, gebe es vor allem Infektionen durch Drogenkonsum. In zehn Provinzen in Zentralchina, darunter Henan, Anhui, Hebei, Shaanxi und Shanxi, seien die Menschen vor allem durch unhygienische Verhältnisse bei Blutspenden infiziert worden. In den großen Städten und Küstenregionen, insbesondere Guangdong, Schanghai und Peking, werde Aids vor allem durch Sexualpraktiken weiter verbreitet. (APA/dpa)

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    In Peking wurden zahlreiche Kondommaschinen (rechts im Bild) aufgestellt, um Safer Sex zu fördern.

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