Impfen gegen's Schlagerl

5. September 2002, 20:26
posten

Bei Ratten entsteht viel weniger Schaden fürs Gehirn

Bethesda/Wien - Ein nun entwickelter Impfstoff verringert Häufigkeit und Schwere des Schlagerls - so das Ergebnis einer Studie des US-Instituts für Neurologische Störungen und Schlaganfälle (NINDS) in Maryland.

"Klinisch ist der Hirninfarkt schwer zu behandeln, deshalb sollten wir vorbeugen", sagt Neurologe John Hallenbeck. Anders als gängige Medikamente blockiert sein "komplett neuer Zugang" nicht die Häufung von Gefäßablagerungen, die über Durchblutungsstörungen im Hirn zu Gedächtnisverlust und Lähmungen führen - für jährlich 10.000 Betroffene in Österreich mit Todesfolge.

Entzündung hemmen

Die neue Prävention setzt eine Stufe früher an (Stroke 33, S. 2156). Die Forscher gehen davon aus, dass Entzündungen der Blutgefäßwände zu (Ablagerungen und damit zu) Schlaganfällen führen.

Daher soll die Impfung Entzündungen hemmen. Zu diesem Zweck injizierten die Forscher Bluthochdruck-Ratten ein Eiweiß (E-Selectin), das solche Entzündungen auslöst. Seine Anwesenheit wurde bald von den patrouillierenden Lymphozyten bemerkt und mit einer entzündungshemmenden Substanz bekämpft.

Mit großem Erfolg: kein einziges hämorrhagisches Schlagerl (Hirnblutung), 16-mal weniger ischämische (Blutklumpen im Hirn). Bei den wenigen beobachteten Anfällen war weniger Hirnareal betroffen als bei ungeimpften Hochdruck-Ratten. (Roland Schönbauer /DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. 9. 2002)

Share if you care.