US-Umfrage: Europäer unterstützen großteils Bushs Irak-Kurs

4. September 2002, 16:29
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Mehrheit für UNO-Mandat vor Sturz Saddams - Schlechte Noten für US-Politik

Washington - Europäer und Amerikaner sind sich in wichtigen politischen Fragen einiger als vielfach angenommen. So sind beide mehrheitlich dafür, den irakischen Machthaber Saddam Hussein nur mit Zustimmung der Vereinten Nationen zu stürzen. 65 Prozent der US-Bürger und 60 Prozent der Befragten in den sechs europäischen Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande und Polen haben diesen Kurs in einer neuen Umfrage des Chicago Council on Foreign Relations und des Deutschen Marshall-Funds der USA befürwortet.

"Trotz der Berichte über Gegensätze zwischen den Regierungen der USA und Europas hat unsere Erhebung mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen festgestellt, wie die amerikanische und europäische Öffentlichkeit die Weltlage sieht", erklärte Marshall-Fund-Präsident Craig Kennedy am Mittwoch in Washington. Auf beiden Seiten des Atlantiks wird der internationale Terrorismus als eines der größten Probleme noch vor der Wirtschaftslage gesehen. Große Mehrheiten stimmen einem Waffeneinsatz gegen Terroristen zu.

Jeweils drei Viertel sind dafür, die Vereinten Nationen zu stärken. Eher schlechte Noten geben beide Seiten der Nahost- und Irak-Politik Washingtons. 74 Prozent der Europäer und 61 Prozent der Amerikaner hielten den Umgang mit dem arabisch-israelischen Konflikt für ungenügend, 71 der Prozent der Europäer und 62 Prozent der US-Bürger den mit dem Irak.

In der Beurteilung von US-Präsident George W. Bush gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Während 53 Prozent der Amerikaner seine Außenpolitik für gut bis ausgezeichnet halten, meinen dies nur 38 Prozent der Europäer. 55 Prozent der europäischen Befragten glauben auch, dass die US-Außenpolitik eine Mitschuld an den terroristischen Angriffen des 11. September 2001 trägt. Den Amerikanern wurde diese Frage nicht gestellt. (APA/dpa)

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