Laos: Internet-PCs für Dörfer ohne Stromversorgung

3. September 2002, 18:58
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NGO plant drahtloses Netz in den ländlichen Regionen

Eine Nichtregierungsorganisation im südostasiatischen Laos will entlegene Dörfer in unzugänglichen Dschungel-Regionen mit Internetzugängen ausrüsten. Die Jhai Foundation hat dafür den so genannten Jhai PC entwickelt. Das Gerät ist in der Leistungsfähigkeit mit einem 486iger System zu vergleichen und enthält eine integrierte WLAN-Schnittstelle. Als Betriebssystem kommt eine modifizierte Linux-Version zum Einsatz, die mit Schriftsätzen und Übersetzungen in die heimische Sprache Lao versehen wurde, berichtet das Onlinemagazin "Australia.Internet.com". Als Energiequelle dient eine mitgelieferte Autobatterie, die mit einem Pedal-betriebenen Generator wieder aufgeladen werden kann.

Zentral

In jedem Dorf soll an einem zentralen Punkt ein Access Point aufgestellt werden, der wiederum mit einer solarbetriebenen Verstärker-Station auf einem Berg in der Nähe der Ortschaft gekoppelt ist. Diese Stationen sollen ein landesweites Funknetz bilden, das in städtischen Datenzentren mit Zugang zum Internet versorgt wird. Während der Pilotphase sollen jedoch nur fünf Dörfer mit der Technologie ausgestattet werden.

Bomben pro Einwohner

Die Jhai Foundation engagiert sich für Projekte im Bereich Bildung, technologische Entwicklung und Gesundheitsversorgung in ländlichen Raum des Landes. Über die Netzverbindung sollen die Dörfer unter anderem Zugriff auf das komplette Bildungsangebot der Organisation erhalten. Laos gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Durch zahlreiche Kriege, allen voran den Vietnamkrieg, ist die Zahl der abgeworfenen Bomben pro Einwohner weltweit am höchsten. Dies war auch der Beweggrund für einen der Gründer von Jhai zu seinem Engagement in dem Projekt - Lee Thorn war in seiner Jugend auf einem US-Flugzeugträger stationiert und für die Waffenbestückung der Kampfflugzeuge zuständig.(pte)

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