Tschetschenien: Sieben Polizisten bei Feuergefecht getötet

3. September 2002, 10:35
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Versehentlich in Armeefeuer gekommen - Kämpfe mit Rebellen um Stadt Schali

Moskau - Bei einem schweren Feuergefecht in der von Moskau abtrünnigen Kaukasus-Republik Tschetschenien sind in der Nacht zum Dienstag mindestens sieben russische Polizisten ums Leben gekommen. Die Zahl der verwundeten Milizionäre wurde mit mindestens elf angegeben, berichtete die Agentur Interfax. Nach Darstellung der russischen Behörden hatten die tschetschenischen Rebellen im Verlauf der Kämpfe in der Umgebung von Schali, südöstlich der Hauptstadt Grosny, auch Granatwerfer eingesetzt.

Versehentlich von Soldaten getötet

Offenbar wurden die sieben pro-russischen Polizisten versehentlich von russischen Soldaten getötet. Die Männer seien in der Nacht zum Dienstag ums Leben gekommen, als eine aus der Richtung eines russischen Armeestützpunktes nahe Schali abgefeuerte Granate in ihren Lastwagen einschlug, meldete die Nachrichtenagentur ITAR-TASS unter Berufung auf örtliche Behörden. Elf weitere Polizisten seien bei dem Zwischenfall verletzt worden.

Zuvor hatte ITAR-TASS gemeldet, die Polizisten seien bei Gefechten mit tschetschenischen Rebellen getötet worden. Interfax berichtete dagegen, die Männer seien bei einer Bombenexplosion ums Leben gekommen. Russische Einheiten waren am 1. Oktober 1999 nach Tschetschenien einmarschiert und kämpfen seitdem gegen die nach Unabhängigkeit von Moskau strebenden Rebellen.

Die Lage der Flüchtlinge in Tschetschenien und die Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts stehen im Mittelpunkt der Reise einer gemeinsamen Parlamentariergruppe des Europarats und des russischen Parlaments. Die Gruppe brach am Dienstag in die Kaukasusrepublik auf. In der Stadt Schali wurde die Delegation am Mittwoch erwartet.

Die Reise der Parlamentarier kommt zu einer Zeit vermehrter Kämpfe in Tschetschenien. So wurden in den vergangenen Wochen zwei russische Hubschrauber von den Rebellen abgeschossen. Beim folgenschwersten Absturz am 19. August starben 118 Menschen. Der Europarat hat wiederholt das Vorgehen der russischen Truppen in Tschetschenien kritisiert. Dabei soll es häufig zu Plünderungen, Misshandlungen und Morden gekommen sein. (APA/AP)

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