USA: Irakische Äußerungen zu Waffenkontrollen unglaubwürdig

3. September 2002, 07:40
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Irak wechselt Meinung "öfter als Saddam Hussein seine Bunker"

Neville Island - Die USA haben irakische Äußerungen über eine mögliche Wiederaufnahme der UNO-Waffenkontrollen als unglaubwürdig zurückgewiesen. Im Streit um die Waffeninspektoren ändere der Irak seine Positionen "öfter als Saddam Hussein seine Bunker wechselt", sagte der Sprecher von US-Präsident George W. Bush am Montag in Neville Island im Bundesstaat Pennsylvania. Aus dem Irak sei "jeden Tag eine andere Geschichte zu hören", sagte Ari Fleischer vor Journalisten.

Der irakische Vize-Regierungschef Tarek Aziz hatte zuvor auf dem UNO-Weltgipfel in Johannesburg die mögliche Rückkehr der UNO-Waffenkontrollore "als Teil einer umfassenden Lösung" des Konflikts in Aussicht gestellt. Am Dienstag wollte er darüber mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan sprechen.

Zugleich wies Fleischer Berichte über ein Zerwürfnis in der US-Regierung in der Irak-Politik zurück. Zuletzt war spekuliert worden, Außenminister Colin Powell sei mit der Forderung nach der Wiederaufnahme der Waffenkontrollen im Irak auf Distanz zu Vizepräsident Dick Cheney gegangen, der einen Angriff auf den Irak als unausweichlich bezeichnet hatte. Powell sei mit Cheney und Bush einer Meinung, dass Inspektionen "ein Mittel" seien, das "Ziel" aber die Abrüstung des Irak sei. Die Frage sei, ob Waffeninspektoren allein garantieren könnten, dass Saddam Hussein keine Massenvernichtungsmittel habe, sagte Fleischer. (APA)

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