Sallmutter: Keine Abstriche wegen Hochwasser

1. September 2002, 09:32
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GPA-Chef will Einfluss auf KV-Verhandlungen abwehren

Wien - Die Gewerkschaft wird bei den Kollektivvertrags-Verhandlungen im Herbst keine Abstriche wegen der Hochwasser-Katastrophe machen. Das stellt GPA-Chef Hans Sallmutter im Interview mit der APA klar: "Ich bin sicher, dass unsere Verhandler diese Argumente nicht gelten lassen werden". Dass es die Dienstgeber-Seite trotzdem mit dieser Argumentation versucht, schließt Sallmutter nicht aus: "Mir ist kein Argument fremd, das nicht von der Dienstgeber-Seite in Gehaltsverhandlungen gekommen ist. Da muss immer alles herhalten".

Sallmutter ist jedenfalls fest entschlossen, die KV-Runde wie üblich abzuschließen. Es müsse eine "korrekte spürbare Gehalts- und Lohnentwicklung" geben, verlangte der GPA-Vorsitzende. Immerhin müsse man dafür sorgen, dass die Kaufkraft der Bevölkerung erhalten bleibe. Österreich hinke bei der Einkommensentwicklung in Europa ohnehin hinterher.

Eine ordentliche Gehaltserhöhung sei umso mehr nötig, als die Regierung auf die Steuerentlastung im kommenden Jahr verzichte, meinte Sallmutter. Dafür hat er im Gegensatz zur SPÖ aber gewisses Verständnis. Er persönlich könne sich die Verschiebung vorstellen, weil die Katastrophenschäden dermaßen groß seien, dass man jeden Schilling in den Wiederaufbau stecken müsse. Allerdings dürfe es dann auch keine Lohnnebenkosten-Senkung geben und die Entlastung inklusive einer Ökologisierung des Systems 2004 müsse definitiv durchgeführt werden. Schließlich sei die letzte große Reform bereits 13 Jahre her. (APA)

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