Palästinenser setzen alle Gespräche mit Israel aus

2. September 2002, 00:36
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Sitzung des UN-Sicherheitsrats wegen Tod von Zivilisten gefordert

Gaza - Als Reaktion auf die wachsende Zahl von getöteten Zivilisten hat die palästinensische Führung alle Gespräche mit Israel vorübergehend ausgesetzt. Die Sicherheitsgespräche sollten so lange unterbrochen werden, bis es eine internationale Intervention gebe, sagte Informationsminister Yasser Abed Rabbo am Sonntag in Ramallah. Er warf der israelischen Regierung vor, zu einem Dialog mit den Palästinensern nicht bereit zu sein.

Zuvor hatte bereits der Berater von Palästinenserpräsident Yasser Arafat, Nabil Abu Rudeineh, eine Dringlichkeitssitzung des UN- Sicherheitsrates verlangt. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat forderte die Europäische Union auf, sich um den Schutz palästinensischer Zivilisten statt um eine neue Friedensinitiative zu kümmern.

Die neuen Proteste der Palästinenser wurden durch den Tod von vier jungen Männern nahe Beni Naim im Westjordanland ausgelöst. Nach palästinensischen Angaben wurden die Arbeiter von israelischen Soldaten aus ihrer Fabrik mitgenommen und dann auf einem 300 Meter entfernten Feld erschossen. Nach Angaben der israelischen Armee wurden die Männer getötet, weil sie ein Feld jüdischer Siedler betreten haben sollen. An der Beerdigung nahmen nach palästinensischen Angaben am Sonntagnachmittag in der Ortschaft Shuyuh rund 15.000 Menschen teil. (APA)

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