Der rumorende Salzberg

    24. August 2002, 12:35
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    Der Sandling im steirischen Salzkammergut zählt zu den interessantesten Erhebungen unseres Landes.

    In seinem Inneren findet man das begehrte Salz, doch weiß man – im Gegensatz zu Hallstatt – hier nicht, wann mit dem Abbau begonnen wurde. Die Sage berichtet von einem Wassermann, der den Menschen das "weiße Gold" verraten hat.

    Der Sandling ist ein sehr unruhiger Berg, der sich im Laufe der Zeit stark verändert hat. Bei einem Bergsturz im Jahre 1765 spaltete sich das so genannte Pulverhörndl ab, das bei einem weiteren großen Felssturz 1920 wieder verschwand. An den großen Schutthalden unter der imposanten Westwand erkennt selbst der Laie, welch gewaltige Kräfte da am Werk waren. Möglicherweise trugen auch Stolleneinbrüche dazu bei, dass es im Inneren des Berges immer wieder rumort.

    Abenteuer & Aussicht

    Der Gipfel des Berges bietet eine traumhaft schöne Rundsicht. Der Blick wird ebenso vom vergletscherten Dachstein gefangen wie von der dunklen Kette der Niederen Tauern, den weißen Spitzen des Toten Gebirges und den Matten der Osterhorngruppe. Dazu kommen eine intakte Flora und ein bisschen Abenteuer: Ganz einfach ist eine Besteigung des 1717 m hohen Berges nämlich nicht, obwohl keine besonderen Höhendifferenzen zu bewältigen sind.

    Der Aufstieg ist rutschig und unangenehm, obgleich einige Stellen mit Seilen versichert sind. Der Abstieg führt durch einen rund 200 m hohen Abbruch, der mithilfe von Seilen und Klammern überwunden wird. Dort bedarf es absoluter Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, denn einige Stellen sind ausgesetzt.

    Die Route

    Vom Salzbergwerk oberhalb von Altaussee geht es gemütlich – vorbei an einigen Stollenausgängen – zur Sandlingalm und weiter in einen Sattel, wo nach links der rot markierte Weg zum Gipfel abzweigt. Durch schrofiges Gelände und Latschen steigt man zu einem kleinen Plateau an, von dem der Weg steil zum Gipfel führt. Gehzeit ab Salzbergwerk 3 Stunden.

    Auf der Anstiegsroute kehrt man ein Stück zurück und hält sich dann links – ebenfalls rot markiert -, um über die Steilstufe etwas mühsam zur Vorderen Sandlingalm zu gelangen, wofür man etwa eine Stunde braucht. Für den Abstecher zur Lambacher Hütte muss man eine Dreiviertelstunde einkalkulieren.

    Von der Vorderen Sandlingalm geht es gemütlich – rot markiert – zum Sattel über der Sandlingalm zurück, von dort erreicht man auf bekannter Route den Ausgangspunkt. Gehzeit ab Vorderer Sandlingalm 1 Stunden. Gesamtgehzeit 5 bzw. 6 Stunden, Höhendifferenz 800 bzw. 850 m. Lambacher Hütte in der Saison offen. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 96 (Bad Ischl). (DER STANDARD, Printausgabe)

    Von Bernd Orfer
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