Feuriger Protest gegen den Transitverkehr in Tirol und Kärnten

8. August 2002, 20:35
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Der flammende Schriftzug "Berg frei" soll 100 Meter hoch und 400 Meter breit werden...

Innsbruck/Zürich - Der flammende Schriftzug "Berg frei" westlich der Seegrube hoch über Innsbruck wird 100 Meter hoch und 400 Meter breit und weithin sichtbar sein - vorausgesetzt am Samstag abend regnet es nicht.

Seit 1986 ist der zweite Samstag in August alpenweit Schauplatz für mahnende Feuerzeichen, die von Natur-und Umweltschützern gegen die Zerstörung des Lebensraumes Alpen gesetzt werden. Der Beitrag der Tiroler Naturfreunde zum heurigen Aktionstag "Feuer in den Alpen" ist für deren Landesvorsitzenden Thomas Pupp mehr als eine Reminiszenz an den traditionellen Gruß und Kampfruf seiner Organisation. Die Berge "frei halten von weiteren Erschließungen und Transitbelastungen" sind für Pupp die aktuelle Interpretation des feurigen Signals.

"Feuer in den Alpen"

In Österreich beteiligen sich an den Aktionen einige weitere Gruppen in Tirol und Kärnten, dort auch am Dobratsch.

Wesentlich größer ist die Resonanz von "Feuer in den Alpen" in der Schweiz. Reto Solèr vom eidgenössischen Ableger der Alpenschutzorganisation Cipra hat seit dem Vorjahr die internationale Koordination des Protesttages übernommen. Erstmals habe man heuer die Aktionen unter ein Motto gestellt und erwarte sich dadurch neue Impulse, erzählt Solèr und verweist auf das von 50 Organisationen aus acht Ländern unterzeichnete Manifest "Weniger Transit - mehr Kultur und Natur".

In der Schweiz finden am Wochenende sechs Großveranstaltungen statt, die neben einer Konkretisierung der Themen des Manifests vor Ort (etwa Großer-Sankt-Bernard Pass) auch eine Verbindung zum UNO-Jahr der Berge 2002 herstellen. Alpenweit wurden den Organisatoren rund 60 Veranstaltungen und Protestfeuer gemeldet. (hs, DER STANDARD, Printausgabe 9.8.2002)

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