Truppenübungsplatz und Naturschutzgebiet

    27. Juli 2002, 15:40
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    Der Zirbitzkogel in den steirischen Seetaler Alpen gehört zu den beliebtesten Bergwanderzielen Österreichs

    Der Zirbitzkogel in den steirischen Seetaler Alpen gehört zu den beliebtesten Bergwanderzielen Österreichs, obgleich ein Teil des Gebiets als Truppenübungsplatz fungiert und man wochentags mit Lärm rechnen muss.

    Die Erhebung ist berühmt für die Aussicht bis zum Großglockner, Dachstein und zu den Julischen Alpen. Die Region über der Waldgrenze steht unter Schutz, denn dort kommen sehr seltene Pflanzen wie die Schierlingssilge vor. Das Dreispaltige Labkraut hat dort sogar seinen einzigen Standort in Österreich. Die Beweidung der vielen Almen bietet dem überaus seltenen Mornellregenpfeifer eine Lebensgrundlage. Während der Brutzeit des Vogels haben Naturschützer eine Überwachung eingerichtet. Gelegentlich trifft man Steinadler an, die nur in den benachbarten Niederen Tauern horsten.

    Der Zirbitzkogel verdankt seinen Namen den vielen Zirben, deren Bestand man durch großzügige Aufforstungen zu vermehren versucht. Der Baum, dessen Holz früher gern für Bauernmöbel verwendet wurde, wächst sehr langsam, sodass es noch dauern wird, bis größere Zirbenwälder entstanden sind.

    Auf den Berg führen Wege aus allen Richtungen, und da man bis in relativ große Höhe mit dem Auto fahren kann, sind bei einer Tour zum Helmut-Erd-Schutzhaus (früher Zirbitzkogelhaus) relativ geringe Höhenunterschiede zu bewältigen. Einige Routen aber sind steil und verlangen gute Kondition und Trittsicherheit. Zudem braucht man auf dem Berg gutes Wetter, denn in den freien Regionen ist man dem Sturm voll ausgesetzt, bei Nebel kann es Orientierungsprobleme geben.

    Die Tour

    Man fährt mit dem Auto bis fast zur Winterleitenhütte und steigt dann zum Großen Winterleitensee an, wo man sich rechts - alles rot markiert - hält, um steil die Schneide zu erreichen, auf der man nach links den Kreiskogel besteigt. Gehzeit ab Winterleitenhütte 2 Stunden. Man folgt weiter dem Kamm und gelangt nach etwa 1 Stunden zum Schutzhaus knapp neben dem Gipfel des Zirbitzkogels. Rot markiert ist auch der Abstieg. Zuerst geht es relativ steil zum Lindersee hinunter, dann wandert man gemütlich zur Sabathyhütte. Ab Gipfel 1 Stunden. Über einen Rücken erreicht man nach einer weiteren Stunde den Ausgangspunkt Winterleitenhütte. (DER STANDARD, Printausgabe)

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 5 bis 6 Stunden, Höhendifferenz 700 m. Helmut-Erd-Schutzhaus bis zum dritten Septemberwochenende durchgehend offen, sonst bei Schönwetter Wochenendbetrieb; Sabathyhütte durchgehend offen. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 160 (Neumarkt/ Stmk.) und 161 (Knittelfeld).
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