Turnen: Aufregung um Enthüllungsbuch in Rumänien

19. Juli 2002, 14:56
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Ehemalige Athletin will systematische Misshandlungen im Training anprangern

Bukarest - Für einige Aufregung hat schon im Vorfeld der Veröffentlichung ein Buch gesorgt, in dem aus der Perspektive der früheren Leistungsturnerin Alexandra Marinescu über systematische Misshandlung von Kunstturnerinnen beim Training berichtet wird. Ehemalige Kolleginnen Marinescus planen angeblich bereits Protestaktionen gegen das Enthüllungsbuch.

Die Initiatorin der Proteste, Corina Ungureanu, drohte in einer rumänischen Zeitung Marinescu Prügel an: "Wenn ich sie erwische, schlage ich sie." Die Nationaltrainer Octavian Belu und Mariana Bitang sowie der Turnverband haben alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Ungureanu, die 1997 mit Marinescu in der siegreichen WM-Riege stand, hatte allerdings im vergangenen Jahr als erste öffentlich über Misshandlungen beim Training berichtet. Sie ist jetzt verärgert, weil sie angeblich ohne ihre Erlaubnis in dem Buch erwähnt wird.

In dem Buch schildert der Autor, Sportjournalist Andrei Nourescu Marinescus Leidensgeschichte. Sie berichtet über Prügel beim Training, über Aushungerung, über ihre Rückgratverletzung, die beinahe zu einer Querschnittlähmung geführt hätte, und darüber, dass der rumänische Turnverband systematisch die Pässe der Turnerinnen habe fälschen lassen, um die offiziellen Altersbeschränkungen bei internationalen Wettbewerben zu umgehen. (APA/dpa)

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