Neues Webdesign-Paradigma: Zuerst Smartphone und Tablet, dann Desktop

Wunsch nach besseren Websites ruft Paradigmenwechsel hervor

Der Smartphone- und Tablet-Markt wächst in einem unaufhaltsamen Tempo, der Web-Traffic von mobilen Geräten steigt zunehmend. Auch Webdesigner und Entwickler müssen sich über kurz oder lang mit den mobilen Plattformen auseinandersetzen. Bei der Umsetzung von neuen Websites und Anwendungen berücksichtigen immer mehr Unternehmen auch den mobilen Sektor. Apps, mobile Webseiten oder Kataloge für Tablets gehören in der Branche mittlerweile zum Alltag. Die Umsetzung lässt jedoch oft zu wünschen übrig.

Verweise auf Apps

Dass der mobile Sektor jedoch so wichtig ist, dass man den Desktop erst am Schluss berücksichtigen sollte, ist allerdings ein neues und für viele noch befremdliches Vorgehen. Slate.com kritisiert beispielsweise, dass viele Webseiten ihre mobile Präsenz vernachlässigen. Gerade Seiten wie TechCrunch oder die New York Times, die von technikaffinen Menschen gelesen werden, sollten mit Views von Tablets oder Smartphones rechnen. Stattdessen wird man oft auf Apps hingewiesen. Mobile Seiten werden oft aus ressourcentechnischen Gründen stiefmütterlich behandelt und sind keine vollwertigen Desktop-Alternativen. Werbeformen - und damit Einnahmequellen - sind hauptsächlich für nicht-mobile Webinhalte optimiert, was die Priorisierung des Desktops mitunter weiter erklären könnte.

Das Web ist zu überfüllt

Sogar Giganten wie Google oder Amazon scheinen mobile Webseiten zu vernachlässigen. Das Hauptproblem ist, so Slate, dass viele Angebote im Web zu überfüllt sind, als dass deren Darstellung auf einem Tablet einwandfrei funktionieren würde. Links und Buttons werden zu klein dargestellt, die Oberflächen sind nicht touch-freundlich und die Performance zu schlecht. Designer und Entwickler haben sich mit dieser Problematik nicht lange und intensiv genug auseinandergesetzt.

Schneller, schöner und einfacher

Gefordert wird ein Umdenken von Designern, das mobile Geräte - vor allem Tablets - in der Entwicklung bevorzugt. Argumentiert wird dies mit der immer größer werdenden Verbreitung von Tablets angesichts der angekündigten Geräte vieler Hersteller und dem immer stärker werdenden Web-Traffic von mobilen Geräten. Zudem würde man bessere Websites machen, wenn man schon eine reduzierte mobile Version hat. Diese wären schneller, schöner und einfacher zu navigieren.

Minimalistisches Design

Ansätze zu der Herangehensweise bei der Enstehung mobiler Webseiten gibt es aber bereits. So haben einige Start-ups begonnen minimalistisches Design auf ihren Web-Präsenzen dominieren zu lassen, die auf mobilen Geräten als auch auf Desktop und Laptop einwandfrei angezeigt werden und Inhalte schnell und übersichtlich darstellen können. Als Beispiele nennt Slate hier den Blog von John Gruber, die Blog-Plattformen Svbtle und Medium. (red, derStandard.at, 22.8.2012)

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