"Aufnahmeprüfungen sind ein heißes Eisen"

Interview | Rosa Winkler-Hermaden
6. August 2012, 14:14
  •  "Man kann auch ein guter Komponist sein, wenn man weiß, wie man eine Glühbirne einschraubt."
    foto: derstandard.at

    "Man kann auch ein guter Komponist sein, wenn man weiß, wie man eine Glühbirne einschraubt."

  • Video: Performance von Johannes Kretz.

Musikprofessor Kretz über den Unterschied zwischen Manager- und Musikerausbildung, Komponieren am Computer und Überlebenskämpfe der Absolventen

Johannes Kretz unterrichtet Computermusik und Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Er kennt die Vorteile einer kleinen Universität und hält engen Kontakt zu seinen maximal 15 Studierenden: "Manchmal habe ich eine beinahe therapeutische Funktion. Wenn jemand in einer Schaffenskrise steckt, ist das oft auch verbunden mit einer Lebenskrise."

Kretz ist auch Performer und trotz vieler Kritiker ein Verfechter computerunterstützten Komponierens: "Ich finde nichts Böses daran, wenn man versucht, einen Teil des Ästhetischen auch rational zu verstehen." Was er in dieser Hinsicht in Paris gelernt hat, warum er seine Leidenschaft für Mathematik auch in der Musik brauchen kann und wieso bald noch mehr DJs an der Musik-Uni studieren könnten, sagt er im Interview mit derStandard.at.

derStandard.at: Wie kommt man dazu, Komponist zu werden?

Kretz: Ich habe schon als Kind - wenn meine Mutter oder mein Bruder gesungen haben - eine zweite Stimme dazugesungen. Ich habe am Klavier herumgeklimpert und Melodien aus dem Fernsehen nachgespielt. Es war für mich immer ganz natürlich, Musik nicht nur zu konsumieren, sondern mir auch aktiv etwas auszudenken. Ab meinem vierten Lebensjahr habe ich Violine studiert. Mit 18 habe ich bemerkt, der sportliche Perfektionscharakter des Geigespielens ist nicht so das meine. Der Inhalt der Musik hat mich aber immer sehr interessiert. Da habe ich beschlossen, Komposition zu studieren.

derStandard.at: Die Aufnahmeprüfung hat gleich geklappt?

Kretz: Ja.

derStandard.at: Im Unterschied zu anderen Universitäten gibt es an Ihrer Uni eine Aufnahmeprüfung. Finden Sie das gut?

Kretz: Oh, das ist ein heißes Eisen. Wir sind am Institut gerade mitten in einem Diskussionsprozess, wie der erste Studienabschnitt und die Aufnahmeprüfungen reformiert werden sollen. Das ist noch nicht ganz ausgegoren, aber es gibt natürlich verschiedene Grundhaltungen. Bei uns ist es bisher so, dass wir sagen, man muss gewisse Voraussetzungen mitbringen hinsichtlich Gehörbildung oder Tonvorstellung.

Normale Leute können lesen, ohne zu sprechen, sie können ein Buch stumm lesen. Als Komponist braucht man eigentlich das Gleiche mit Notenschrift. Beim Lesen muss die Musik im inneren Ohr klingen können. Das ist eine der großen Hürden. Wir verlangen ein hohes Niveau im Notenlesen - dazu kommt, dass man etwas Gehörtes aufschreiben können muss. Da muss ein starkes Talent da sein, weil es sonst schwierig ist - gerade im Bereich der Vokal-/Instrumentalkomposition.

Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass es in der Elektronik auch andere Konzepte als Tonhöhen und Rhythmen gibt: Klangtexturen, Soundeigenschaften. Wir diskutieren, wie man dem auch gerecht werden kann. Dass also jemand, der extrem kreativ ist, aber von der Soundwelt herkommt und nicht von der Tonhöhen-Rhythmus-Welt, auch eine Chance hat.

derStandard.at: Da braucht man dann gar nicht mehr Notenlesen können, oder wie?

Kretz: Zum Beispiel. Man kann vielleicht ein bisschen Noten lesen, aber nicht so, dass man gleich mitschreiben kann, wenn einem ein kompliziertes Stück am Klavier vorgespielt wird. Bisher war die Aufnahmeprüfung sehr an klassischen Konzepten orientiert. Wir werden sehen, was da herauskommt, es gibt natürlich verschiedene Standpunkte.

derStandard.at: Haben Kunst- und Musikuniversitäten Ihrer Ansicht nach eine privilegierte Rolle in der österreichischen Universitätslandschaft?

Kretz: Musik- und andere Kunstausbildungen sind etwas anderes als beispielsweise eine Wirtschaftsausbildung. Warum vergleicht man das überhaupt? Künstler sind weniger austauschbar. Es ist leichter, in einer großen Firma in einer Managementposition statt dem Herrn X die Frau Y hineinzusetzen. Es ist aber relativ schwierig, Künstler auszutauschen. Man merkt es dann, wenn jemand eine Oper komponiert hat und gestorben ist. Jemand anderer versucht dann meist, diese fertig zu schreiben, das ist aber wahnsinnig schwierig. Die Individualität ist bei Künstlern sehr viel größer.

derStandard.at: Sie unterrichten die Fächer Computermusik und Musiktheorie. Wie kann man sich das Studium der Komposition vorstellen?

Kretz: Es gibt einen ersten Studienabschnitt, der heißt Komposition. Später spaltet sich das auf in drei Zweige: elektroakustische Komposition, instrumental-vokale Komposition und Medienmusik. Bei Letzterem geht es in Richtung Medien- und Filmmusik.

Ich betreue im zweiten Studienabschnitt Leute, die sich auf elektroakustische Komposition spezialisieren. Es gibt zwei zentrale künstlerische Fächer. Das eine ist Komposition, das andere - mein Fach - heißt "Musik und Computer". Da geht es mehr um die handwerklichen Aspekte. Wie verwende ich den Computer, um meine ästhetischen Visionen umzusetzen? Welche Programme gibt es? Das fängt  beim Benutzen von Aufnahme- oder Schnittprogrammen an und geht bis zum Programmieren und Erfinden neuer Klangeffekte.

derStandard.at: Da schaden Informatikkenntnisse sicher auch nicht.

Kretz: Ja. Wir verwenden allerdings meistens weniger klassische Programmiersprachen, wo man Code schreiben muss. Sondern es sind grafische Programmieroberflächen, wo man Objekte hat; diese bekommen Parameter und werden durch virtuelle Kabel miteinander verbunden. Das ist ein relativ intuitives Programmieren. Die Computerprogramme sind hier schon viel benutzerfreundlicher geworden.

derStandard.at: Für wie viele Studenten sind Sie zuständig?

Kretz: Wir haben fünf Kompositionsprofessoren, die haben jeweils zwölf bis 15 Studenten pro Professor. Momentan sind es bei mir sogar ein bisschen weniger. Das schwankt immer in einem gewissen Rahmen. Es gibt so Wellen. Vor einiger Zeit gab es zahlreiche ungarische Studierende am Institut, einmal eine Welle aus Taiwan.

derStandard.at: Woher kommt das, dass so viele internationale Studierende an der Musik-Uni sind?

Kretz: Wien ist als Musikstadt attraktiv. Unsere Uni ist die größte in Europa, wenn nicht überhaupt weltweit, was Musik betrifft. Das ist schon attraktiv, wenn man weiß, da gibt es viele Lehrer und viele Möglichkeiten. 

Wir merken allerdings, dass ein gesellschaftlicher Wandel stattfindet. Die Leute, die aus der Hausmusik kommen, aus dem Instrumentalspiel zu Hause, werden weniger. Also Leute, die schon als Kinder Klavier gespielt haben. Das merken wir gerade in Österreich, aber auch international. Dafür nimmt die Zahl jener, die einen Hobby-DJ-Background haben oder sogar schon in Clubs auflegen, zu. Unsere Herausforderung ist es, darauf zu reagieren. Sehen wir uns als Bollwerk der Tradition oder versuchen wir zumindest teilweise auch auf gesellschaftliche Veränderungen einzugehen? Das ist sehr spannend.

derStandard.at: Heißt das, das Niveau ist gesunken?

Kretz: Gesunken im klassischen Sinne. Ich würde es eher als Verschiebung bezeichnen. Die Voraussetzungen in klassischem Musikverständnis sind vielleicht ein bisschen schwächer geworden. Aber es kommen immer noch genug nach, vor allem international. Wir haben kein Problem, unsere Klassen voll zu bekommen.

derStandard.at: Sie unterrichten maximal 15 Studenten. Können Sie sich vorstellen, an einer Massenuni zu unterrichten?

Kretz: Das funktioniert in der Musik nicht. Die künstlerische Arbeit ist etwas sehr Persönliches, auch bei der Arbeit mit Computern. Ich kann nicht jeden Studierenden über den gleichen Kamm scheren. Sie kommen mit individuellen Visionen und Ideen. Der eine vertieft sich mehr in eine bestimmte Software, der andere arbeitet mit fix aufgenommenen Klängen, die in den Raum projiziert werden. Dann gibt es welche, die arbeiten lieber mit Live-Elektronik und sind dann so eine Art improvisierende Performer auf der Bühne. Das sind sehr unterschiedliche Profile. Jeder Komponist, jede Komponistin muss ja unverwechselbar werden. Auf dem Markt muss man sich präsentieren mit: Ich mache etwas, das sonst keiner macht.

Wenn ich alle durch Vorlesungen mit hunderten Studierenden durchschleusen würde, entwickeln sie ihre Individualität nicht so sehr. Der Einzelunterricht kann natürlich extrem persönlich werden. Manchmal habe ich eine beinahe therapeutische Funktion. Wenn jemand in einer Schaffenskrise steckt, ist das oft auch verbunden mit einer Lebenskrise. Das geht sehr ins Persönliche, fast Private.

derStandard.at: Wie definieren Sie Ihre Rolle als Lehrender?

Kretz: Ich bin so etwas wie der Anwalt eines potenziellen Publikums. Ich stelle zum Beispiel die Frage: Verstehen andere Menschen das auch, was der- oder diejenige gerade ausdrücken will?

derStandard.at: Ist es schwierig für die Studierenden, nach dem Studium Fuß zu fassen beziehungsweise von ihrer Kunst zu leben?

Kretz: Das eine ist, in die Szene hineinzukommen, das andere ist das Geld. In die Szene hineinzukommen geht schon. Man darf halt nicht nur zu Hause sitzen und warten, bis das Telefon läutet und man entdeckt wird. Leute mit so einer Haltung sind grundsätzlich deprimiert. Was ich meinen Studierenden zu vermitteln versuche, ist: Ihr müsst selber aktiv sein. Gründet eine Gruppe, organisiert euch einen Saal, macht irgendwas. Das Tolle in Wien ist, dass es so viele kreative Leute gibt. Man findet immer jemanden, der Lust hat, mit einem etwas Spannendes zu machen.

derStandard.at: Und verdient man dann auch genug?

Kretz: Es gibt in ganz Österreich vielleicht eine Handvoll KomponistInnen auf dem Gebiet der "E-Musik", die davon leben können. Das ist meistens mit viel Selbstausbeutung verbunden. Wenn man eine große Familie zu ernähren hat, dann ist das grenzwertig. Die meisten haben noch einen zweiten Job, so wie ich selber auch. Ich unterrichte.

Was ganz gut funktioniert, ist, wenn man nicht nur Komponist, sondern auch Performer ist. Um allein von den Tantiemen zu leben, da müsste ein Stück schon sehr, sehr oft gespielt werden. Nachdem die "ernste Musik" keine Massenware ist, ist es selten der Fall, dass ein Stück so viele hundert Mal gespielt wird, dass genug Erträge hereinkommen. Es ist ein Vorteil, wenn man Elektronik-Performer ist. Dann kriegt man für jeden Abend auch eine Gage. Ich zum Beispiel mache das sehr gerne.

derStandard.at: Waren Sie immer in Wien oder haben Sie auch international Erfahrung gesammelt?

Kretz: Als ich studiert habe, war die Elektronik noch in den Anfängen. Computer konnten noch weniger als heute ein Handy. Ich habe dann 1992/93 ein Jahr lang in Paris gelebt und dort studiert, am IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique, Anm.). Ich habe in Paris die Computermusik in mich hineingefressen, habe dort wahnsinnig viel gelernt: Programmieren, Akustik, künstliche Intelligenz und die ganzen mathematischen Grundlagen.

Ich habe ja auch in Wien Mathematik studiert, das war mein Plan B. Wenn ich mit der Komposition nicht überleben hätte können, hätte ich zumindest Musik und Mathematik in einem Gymnasium unterrichten können.

derStandard.at: Man hört das immer wieder, dass Mathematik und Musik verwandt sind. Warum ist das so?

Kretz: Es gibt eine Schnittmenge, es ist beides ein Denken, das nicht verbal funktioniert, sondern in einer Art Formalismus. Man denkt sozusagen in einer anderen, nichtverbalen Sprache. Es gibt auch in der Mathematik ein Gefühl für die Schönheit einer Vorgangsweise oder Beweisführung. Möglicherweise ist ein anderer Gehirnteil als das Sprachzentrum damit beschäftigt.

derStandard.at: Was ist Ihr Forschungsgebiet?

Kretz: Wenn man mit dem Computer etwas Neues machen will, ist immer ein bisschen Forschung dabei, wenn man darüber hinausgeht, dass man eine Software nur benützt und das tut, was einem der Computer oder die Software vorgibt. Man kann einen Schritt weitergehen und sagen, ich will eine Wirkung erzielen, die mir existierende Software nicht anbietet. Ich muss also irgendwas erfinden.

Ich habe eine Software entwickelt, die heißt Klangpilot. Man schreibt damit keine Töne, sondern gestaltet Klänge, die man auch grafisch sehen kann. Jedes Detail des Klanges wird gezeichnet. Der Klangpilot funktioniert ein bisschen wie der Autopilot bei einem Flugzeug. Man hat eine Steueroberfläche, um in der Landschaft der Klänge zu navigieren.

Ein anderer Bereich ist das computerunterstützte Komponieren. Das hatte lange Zeit einen schlechten Ruf, weil der Verdacht für viele nahe liegt, dass die Maschine den kreativen Prozess ersetzt. Mittlerweile sind diese Werkzeuge aber viel reifer und klüger geworden. 

derStandard.at: Gibt es Gegner der Computermusik?

Kretz: Ja, sicher. Menschen haben verschiedene ästhetische Prämissen. Ich persönlich finde nichts Böses daran, wenn man versucht, einen Teil des Ästhetischen auch rational zu verstehen, sich selbst zu analysieren und Regeln zu entdecken. Ich finde, das tut der Qualität von Musik keinen Abbruch. Aber gerade in Österreich ist das oft anders. Wenn ich ganz böse bin, würde ich sagen: Die Aufklärung ist in diesem Land nie in voller Wucht angekommen. Das merkt man auch in der Musik. Die Leute haben eine gewisse Scheu davor, rational über das zu sprechen, was sie tun. Weil sie das Gefühl haben, dass der Mythos zerstört wird.

In Paris habe ich genau das Gegenteil erlebt. Dort können die Musiker ganz genau erklären, was sie wie warum machen. In Wien hört man lapidar: Man muss es fühlen. Ich bin der Meinung, man kann auch ein guter Komponist sein, wenn man weiß, wie man eine Glühbirne einschraubt. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 6.8.2012)

Johannes Kretz (44) forscht und lehrt an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Er leitet das Zentrum für innovative Musiktechnologie am Institut für Komposition.

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Tradition und Innovation

"Die Universität für Musik versteht sich als ein Ort, an dem Kunst, Kultur und Wissenschaft im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation Spielraum für Entfaltung finden. Spielraum für das Entdecken und Erleben, für Reflexion und Interpretation, für Individualität und Leidenschaft." (mdw.ac.at)

Die Thematik und die Diskussion hier passt exakt zum Begriff "Spannungsfeld" ... Und wie schön: Leidenschaft.

Musiknotation hat sich von der Gregorianik bis zur Romantik weiterentwickelt, und soll dann unveränderlich bleiben. Frequenz, Amplitude, Klangfarbenfilter, MIDI-Scores sind nur einige alternative Notationen ..

Kunst ist immer Handwerk und Kreativität. Und sie ist im Wandel.

Am "Reichesten" ist, wer sowohl Alt und Neu schätzen kann.

Es ist sicher angenehm, im Einzelunterricht studieren zu können. Derzeit ist das gratis, ausnahmsweise gibt es symbolische Gebühren.

Die Musikuniversität Wien hat 2010 netto ungefähr 85 Millionen Euro aus dem Bundesbudget bezogen. Dieser Aufwand geht praktisch zur Gänze in den Unterricht (Forschung spielt dort so gut wie keine Rolle).

Es studieren dort 3100 Personen. Die Kosten eines Studienplatzes an der Musikuniversität können daher mit 25.000 bis 30.000 Euro jährlich veranschlagt werden.

Derzeit ist das zu einem guten Teil ein Geschenk Österreichs an die Welt. (Die Musikuniversitäten haben ein erfreulich internationales Publikum.)

Ich bin für die Einführung kostendeckender Studiengebühren.

Dann wäre die jahrhunderte alte Hochkultur unserer Kunstmusik gestorben mitsamt ihren Werten.

Ich bin nicht dafür!

Ihr Posting atmet Realitätsferne.

Gerade auf der Musikuni stellt die Aufnahmeprüfung eine weit größere finanzielle Hürde dar als Studiengebühren. De facto bekommt man in den künstlerischen Ausbildungsfächern einen Studienplatz nur, wenn ein Professor in seiner Klasse "einen Platz frei" hat. Für den natürlich, der ihm vorher ein Jahr lang oder länger Honorare für Provatstunden bezahlt hat, de ein Vielfaches einer Studiengebühr ausmachen. Da greift niemand hin, das getraut sich niemand zu reformieren. Nur manchmal getrauen sich arrivierte Künstler die Dinge beim Namen zu nennen, die ihnen selbst widerfahren sind. Das hat ähnliche Gründe wie bei Missbrauchsopfern: die Bindung zum "Täter" (Lehrer) ist zu eng.
Und: Forschung ist Selbstausbeutung. Das bewegt niemanden?

Ihre Darstellung verallgemeinert zu sehr. Es gibt die von Ihnen beschreibenen Fälle. Es gibt aber auch genügend Fälle, die vorher keine Privatstunden hatten und dennoch aufgenommen wurden.

Oft gibt es ein (kostenloses) Vorspiel beim in Aussicht genommenen Lehrer, der dann sagt, ob es eine Chance gibt. Ich weiß aber auch von einem konkreten Fall, der ein Vorspiel abgelehnt hat, weil es bei der Aufnahmsprüfung zu ungleichen Chancen führt (der Bewerber, der nicht vorgespielt hat, weil er vielleicht in Südamerika wohnt, hätte schlechtere Chancen).

Fortsetzung

In der Regel wird aber natürlich schon vorher mit dem angestrebten Lehrer Kontakt aufgenommen, ein Termin vereinbart und ihm vorgespielt. Dafür müssen sie nichts bezahlen.

Es ist auch sinnvoll und richtig. Es ist gut, wenn eine potenzieller Schüler schon vorher bekannt ist und man nicht auf die kurze Aufnahmeprüfungsvorspielzeit beschränkt ist.

Wozu gibt es dann Aufnahmeprüfungen?

Wird da der Professor geprüft, ob er die Richtigen in seine Klasse aufnehmen will? Und warum wird dann nicht vor der Aufnahmeprüfung darauf hingewiesen, dass man zuerst einen Professor haben muss, der einen nimmt?

Teil 2

>Wozu gibt es dann Aufnahmeprüfungen?<

Stellen sie sich jetzt dumm?

Natürlich muss es auch objektiv abgesichert sein, wenn ein Professor einen Studenten aufnehmen will.

Ihre Ausfälligkeiten beweisen,

dass ich da in ein Wespennest gestochen habe. Wahrscheinlich sind Sie Teil dieses "Systems", das Sie gegen alle Tatsachen mit Klauen und Zähnen verteidigen, wobei Sie auf Schmähung statt Argument setzen. Das deckt sich mit einem vor mehreren Jahren in einer solchen Sache geführten Schriftverkehr mit einem "Systemprofessor".

Jetzt habe .... Teil 4

Dann noch eine Frage:
Welche Ausfälligkeiten meinen sie?

Etwa die Frage: >Stellen sie sich jetzt dumm?<

Glauben sie nicht, dass diese Frage angebracht ist, wenn jemand, der anderen >Realitätsferne< vorhält solche Fragen stellt:
http://derstandard.at/plink/134... id27401945

Jetzt habe .... Teil 3

Ich kenne auch Fälle, da gingen Studenten vorher zum Sommerkurs und Stunden, und dann erst wollten sie auch zu diesem Lehrer studieren gehen.

Wie gesagt, ich streite nicht ab, dass es auch Opfer gibt. (solche- vor allem aus Asien stammenden - Studenten, welche enorm zaheln müssen, finden sie übrigens vermehrt in einem betreffenden privaten Konservatorium).

Aber ich spreche auch gegen Unwahrheiten, wie sie sie in pauschalisierender Diffamierung gebracht haben, auch wenn sie mich persönlich nicht betreffen - anders, als sie es glaubten.

Jetzt habe ich echt lange überlegt, wie ich ihnen antworten soll.

Denn offenbar haben sie sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Da frage ich mich, bei welchem irren Professor sie diese horrenden Summen gezahlt haben.

Ich frage mich, warum machen sie nicht Nägel mit Köpfen machen und diese Schmarotzer nennen anstatt in einer großen Pauschalisierung in der sie von ihren eigenen Erfahrungen auf alle schließen und alle Professoren der Uni madig machen?

Was liegt ihnen daran?

Ich weiß, dass es Fälle gibt, wo Professoren Schüler nur nach vorherigen Privatstunden aufnahmen. Das ist Unfug, ja!

Ich weiß auch, dass es Lehrer gibt, die von ihren Schülern erwarten zum eigenen Sommerkurs zu kommen, der selbstverständlich ordentlich kostet. Das ist noch größerer Unsinn.

Korrektur:

Ich frage mich, warum sie nicht Nägel mit Köpfen machen und diese Schmarotzer nennen anstatt in einer großen Pauschalisierung, in der sie von ihren eigenen Erfahrungen auf alle schließen, alle Professoren der Uni madig machen?

Das hat aber nicht ein schwarzes Schaf,

sondern die gesamte Jury (also das Professorenkollegium) so entschieden.
Wen davon soll ich nun ausnehmen? Können Sie mir da einen Rat geben?
Wenn nicht, dann wissen Sie, warum ich nicht den einen oder die andere beim Namen nenne: es spielen ALLE mit bei diesem unwürdigen Spiel!
Und zu meiner eigenen, lange Zeit zurückliegenden Aufnahmsprüfung: man sagte mir vor versammeltem Kollegium, ich sei zwar talentiert genug, aber noch zu jung (13) um aufgenommen zu werden, ich solle es in einem Jahr nochmals versuchen. Eine Professorin ähnelte zum Verwechseln einer Bekannten meiner Mutter, die sie darauf ansprach - es war deren Schwester. Nach weiteren 3 Minuten Gespräch zwischen den beiden Damen war ich aufgenommen.
Ich war kein Sänger.
System.

Pardon, da fehlt das vorhergehende Mail,

weiß nicht warum. Es war die Darstellung eines Falles vor einigen JAhren, in dem ein Sänger, den ich korrepetierte, an zwei Terminen eine so gute Leistung geboten hatte, dass man ihn - nach dem Sommer - zu einer 3. Prüfung geladen hatte, eine Formsache, wie wir glaubten. Da hat er eher noch besser gesungen als die beiden ersten Male. Danach teilte man ihm mit, er sei nicht aufgenommen worden, weil er a) schon zu alt (25) und b) noch nicht genügend ausgebildet sei. Ich hielt das zunächst für einen Witz, war es aber nicht. Die "Gründe" hatte man doch schon nach dem 1. Vorsingen wissen können. Natürlich waren das nicht wie wahren Gründe. Man legte dem Mann, inzwischen international erfolgreich, nahe, sich bei einem Professor weiter zu bilden.

Spannend!

Jetzt würde es mich aber brennend interessieren, welche Instrumentengruppe das ist.

>Das hat aber nicht ein schwarzes Schaf,
sondern die gesamte Jury (also das Professorenkollegium) so entschieden.<
Wie entschieden? Dass sie nach dem persönlichen Gespräch mit Vitamin B doch aufgenommen wurden?

Sie müssen ja nicht, aber natürlich kann da die ganze Jury genannt werden. Wieso nicht?

Jetzt habe .... Teil 2

Denn zu einem Sommerkurs soll man zu einem anderen Lehrer, doch nicht zum eigenen, den man das ganze Jahr genießt.

Aber ich weiß(!) auch, dass diese Aussage nicht stimmt: http://derstandard.at/plink/134... id27388832

Ich kenne Fälle, da wurden Studenten aufgenommen, die frisch zur Aufnahmeprüfung kamen.
Und ich kenne Fälle, da wollte der Professor Studenten aufnehmen, die dann nicht genommen wurden.

Und ich weiß, dass es sinnvoll ist, wenn der Student sich einen Lehrer aussucht, ebenso wie der Lehrer den Studenten. Darum ist vorheriger Kontakt, der gar nichts kosten muss (ich weiß, wovon ich spreche) durchaus gut.

Teil 1

Muss man ja nicht!

Aber dass es üblich und sinnvoll ist zuerst mit einem Lehrer Kontakt aufzunehmen, ist ja kein Geheimnis. Es wäre unverantwortlich von einem Lehrer, seinen Schüler nicht zuerst zum nächsten Lehrer zu schicken, bzw. ihn zu kontaktieren.

Wenn sie mit dem Bereich zu tun haben, wissen sie ja, dass man sich ja auch als Student seine Professoren aussuchen will. Die eine oder andere Stunde hospitieren oder zuerst einen Kurs zu besuchen, um überhaupt zu klären, ob einem dieser Professor passt, ob man sich das vom Unterricht erwarten kann, was man braucht ist doch enorm wichtig!

>De facto bekommt man .. Studienplatz nur, wenn ein Professor in seiner Klasse "einen Platz frei" hat.Für den natürlich, der ihm vorher ein Jahr lang oder länger Honorare für Provatstunden bezahlt hat, de ein Vielfaches einer Studiengebühr ausmachen.<

Sie haben ein vielfaches(!) von 25.000-30.000 EUR an ihren Lehrer vor ihrem Studium bezahlt?

Mit Verlaub, dann wären sie entweder vollkommen unfähig, unsagbar vermögend, oder einfach strohdumm.
Ich nehme eher an, dass diese Aussage nicht stimt.
Wenn alle diese Möglichkeiten nicht zutreffen, sollte das schnell öffentlich gemacht werden. Welcher Professor ist das? Welches Fach?

De facto müssen sie in erster Linie gut sein. Ich kenne einige, die gerade zur Prüfung gingen und genommen wurde

25.000 Euro - von welchen Studiengebühren

reden Sie denn? Oder haben Sie einen schlechten Rechner?

Lesen sie vielleicht noch mal den Postingbaum durch. Dann klärt sich das.

http://derstandard.at/plink/134... id27365568

das mag bei einzelnen Instrumentalstudien so sein, aber sicher nicht bei der Vielfalt des Angebots und wenn es publik wird, dann wirds für den Professor sehr ungemütlich, denn auch da ändern sich die Zeiten
ich denke Pauschalurteile sind unangebracht

Ich weiß um zwei Fälle aus der jüngeren Vergangenheit,

in denen wenig später international erfolgreiche Sänger aus dem von mir genannten Grund abgelehnt wurden. Natürlich haben Sie Recht, dass das auch bei Instrumentalisten üblich ist, ich weiß es von einigen. Es war auch vor 60 Jahren schon so, es hat sich wenig geändert. Wenn Sie das Pauschalurteil nennen, dann nenne ich es halt System.

wenn sie zwei konkrete Fälle wissen dann gehen sie doch zum Arbeitskreis für Gleichbehandlung (gibts an jeder Uni) und zeigen sie sie an, denn sonst sind sie selbst Teil des "Systems" so wie sie es behaupten und wenn nicht dann schwärzen sie nicht eine ganze Berufsgruppe an

Arbeitskreis für Gleichbehandlung?

Kenn ich nicht, guter Tipp!? Wer sitzt dort drin? Studenten? Professoren?
Die Prüfungskommissionen bestehen aus den Hauptfachlehrern des betreffenden Faches. Versuchen Sie doch einmal, einen Kollegialentscheid anzufechten, bei dem es nach 3 (!) bestens absolvierten Prüfungsterminen heißt: Leistung zwar gut, aber für einen Sänger zu wenig Ausbildung und (mit 25) zu alt! Aber eine Ausbildung bei einem Professor, mit dem man darüber reden sollte, wäre möglich. Zur Beruhigung: es war nicht Unterrainer, dem es ähnlich ergangen ist, sondern ein Kollege, der 4 Jahre später an eine deutschen Oper engagiert wurde.
Es ist nicht eine Berufsgruppe, von der ich rede, sondern das korrupte System eines Lehrkörpers, der die Letztentscheidung trifft.

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