Wissenschaftler: Höhere Preise für Zeitungen kein Tabu

2. August 2012, 16:30

Professor für Preismanagement aus Deutschland sieht Spielraum für Verlage

Der Weg bei den Preisen müsse bei Zeitungen nicht zwangsläufig nur nach unten führen, sagt Oliver Roll, Professor für Preismanagement an der Hochschule Osnabrück, im Interview mit newsroom.de.

Verlagen empfiehlt er, die Preise zu "optimieren", was in einer Erhöhung der Abopreise resultieren könne, so Roll. Abonnenten würde diese oft gar nicht wissen. Der Kunde denke bei den Produkten nicht an die Kosten, sondern er habe primär den Nutzen vor Augen. Das treffe auf Zeitungen zu. Verlagen rät er, die Zahlungsbereitschaft der Kunden im Detail zu eruieren.

Der Preis sei nur ein Kaufkriterium von vielen, meint Roll. In Deutschland kostet die teuerste Zeitung rund 580 Euro pro Jahr, nämlich die "Süddeutsche Zeitung". Roll: "Der Preis ist zwar wichtig, aber letztlich steht dem Preis immer eine Leistung gegenüber. Und wenn es gelingt, die Leistung optimal auf die Bedürfnisse der Kunden zuzuschneiden, sind auch Premiumpreise möglich." (red, derStandard.at, 2.8.2012)

Um diese Nonaned-Phrasen abzusondern muss man wohl Professor für Preismanagement sein...

Zeitung nur mehr für Oberschicht!

Das wäre wohl die Richtung, die er vorschlägt!

Wieso?

Wer Krone liest, wird kaum zur SZ oder Standard greifen.
Völlig egal ob das Abo 58 oder 580 kostet.

Genau so würde mich auch ein Krone Abo um 1,- nicht interessieren, da ich das Altpapier dann ungelesen entsorgen müsste - viel zu viel Aufwand.

Und Leistung bzw. Mehrwert darf schon was kosten. Das dumme ist nur, das heute die Philosophie vorherrscht "Kosten senken, Preis lassen (oder sogar heben)" - was natürlich stark auf die Qualität geht. Und da spielt halt der mündige Konsument irgend wann nicht mehr mit.

Weltfremder Ratschlag!

Glaubt denn der Herr Professor dass die Verlage die Preise nicht erhöhen wollen. Sie zu erhöhen greift automatisch in die Auflage ein und davon sind wieder die Inseratenerlöse abhängig. Die Menschen haben schon seit Jahren keine wirkliche Reallohnsteigerung erhalten. Anbetracht der unvermeidbaren Kostenblöcke Miete, Energie, Auto ist sowieso immer weniger Geld in der Tasche. Die Zeitungen schon deshalb relativ teurer geworden. Das ist mit ein Grund warum Gratiszeitungen boomen.

Es wäre doch technisch überhaupt kein Problem, die Sonntagszeitungen NUR gegen Einwurf des Kaufbetrages herzugeben. Habe mal gelesen, dass 9 von 10 Presse-am-Sonntag LeserInnen nicht zahlen, beim Standard ist es sicher nicht besser (Standard-LeserInnen stehlen also ...). Warum tut man das nicht? Warum werden die Sonntagszeitungen "hergeschenkt"? Eben, wegen der Auflage, wegen der Inserate. Übrigens, Österreich ist immer genug im Sackerl, die Zeitung ist so mies, die wird nicht mal geklaut.

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