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"Schutz der Betroffenen": Presseratspräsident Kralinger, Vize und Gewerkschafter Franz C. Bauer, Manager Warzilek (v. li.).
Wien - Mehr Konkurrenz auf dem Boulevard, weniger Zurückhaltung im Umgang mit Suiziden: Der Presserat will dem "entgegenwirken". Ein neuer Punkt im Ehrenkodex verlangt nun "große Zurückhaltung" bei Berichten über Suizide, Suizidversuche und Selbstverstümmelung: "Verantwortungsvoller Journalismus wägt - auch wegen der Gefahr der Nachahmung - ab, ob ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht, und verzichtet auf überschießende Berichterstattung."
"Journalistisches Ethos verpflichtet zur Verantwortung, nicht Verdrängung", präzisiert Jurist Alexander Warzilek Berichte über Suizide etwa in Gefängnissen könnten "Missstände aufzeigen". Doch Berichte könnten zur Nachahmung motivieren, warnt er und rät: Suizid wäre noch der neutralste Begriff für die Tat. Methode und Ort ersucht er nicht zu schildern, aber Hilfsorganisationen für Gefährdete zu nennen, "Heroisierung, Romantisierung, Mystifizierung" wären zu vermeiden wie vereinfachende Erklärungen der Tat, ebenso Abschiedsbriefe oder -SMS. Um Menschenwürde und Privatsphäre auch Hinterbliebener zu schützen, ersucht er, weder Identität noch Lebensumstände des oder der Toten noch ihr Bild zu veröffentlichen.
Für Thomas Kralinger, Manager der Mediaprint ("Krone"/"Kurier") und des "Kurier" sowie Präsident des Presserats, bietet der neue Passus "Schutz aller Betroffenen".
Der Boulevard - "Krone", "Heute" und "Österreich" - blieb dem Presserat bisher fern. (fid, DER STANDARD, 3.8.2012)
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Grundsätze für die publizistische Arbeit
Lebensumstände verschweigen ...
Na klar!
Arbeitslos und durch Schikanen des AMS die Wohnung verloren, wäre ja total kontraproduktiv. Da sind die deutschen Medien auch vorbildlich. Da verbrennen sich Menschen auf den Stufen des Reichstagsgebäudes eben dann aus "privaten Gründen". Wenn man die Gründe anführen würde, könnte das ja zu Depressionen von Sozialbeamten führen.
Die Zeiten werden schlechter. Da muss man schon vorsichtig sein, Motive eines Suizid zu beschreiben.
wie der gesamte straßenverkehr.
eigenartig, dass man immer noch versucht das problem durch totschweigen oder als technische störung bis medizinischer notfall zu tarnen.
man sollte von seiten der politik versuchen das leben wieder freier und ungezwungener zu gestalten...
statt immer neue gesetze und verordnungen zu erlassen...
die offenbar nicht mehr schützen...
in Recherche und Wiedergabe von Nachrichten und Kommentaren sind oberste Verpflichtung von Journalisten ?
Gehören...
Halbwahrheiten
Nur Oppositionsgruppen medial zu publizieren
Unterschwellige Schuldzuweisungen zu lancieren
Vermischung von persönlichen Gefühlen mit Fakten
auch zur Gewissenhaftigkeit ?
Zum Ehrenkodex sollte auch gehören:
dem Kunden (dem Seher, dem Leser) möglicht objekive Informationen zu bieten, aus denen er sich selbst ein unabhängiges Weltbild machen kann.
Gegensätzlichkeiten aufzuzeigen und beide Seiten fundiert zu belegen.
Dann werden wir auch nichts mehr über die Selbstverbrennungen in Israel erfahren. Dieses Jahr sind es schon drei. Die Gefahr für Nachahmungstäter und Trittbrettfahrer ist zu groß. Wo würden wir auch hinkommen wenn sich jeder, der mit seinem Einkommen aus 8 Stunden Arbeit nicht mehr leben kann, sich öffentlich verbrennt.
Eine Bekannte von mir hat es vor ein paar Jahren letztlich doch geschafft sich ins Jenseits zu befördern. Vielleicht könnte Sie noch am Leben sein, wenn Suizid nicht ein absolutes Tabuthema in unserer Gesellschaft wäre. Mich hat es damals völlig unvorbereitet getroffen und habe den Kontakt ziemlich eingeschränkt, da es ohne professionelle Hilfestellung und positive Beispiele völlig unmöglich ist, einem depressiven Menschen die notwendige Unterstützung zu geben. Irgendwann ist dann der Tag gekommen, an dem sie nicht mehr geantwortet hat.
Pervers: das Recht, einen anderen Menschen straffrei zu töten, solange der das Pech hat, zu kurz im Körper eines anderen Menschen gelebt zu haben, wird von der ach so modernen Gesellschaft mit Zähnen und Klauen verteidigt. Sich selbst zu töten ist aber komplett tabu - da geht auf einmal die Selbstbestimmung über den eigenen Körper verloren.
Ganz meiner Meinung. Statt eine ordentliche psychologische Prävention zu schaffen und die Sache bei den Wurzeln zu packen, gibt es nix als Aktionismus: Nicht darüber schreiben und möglichst hohe Auflage für alles, was bei einem Selbstmord hilfreich sein könnte (Bitterstoffe in alle möglichen Produkte, jedes Schmerzmittelchen ist rezeptpflichtig etc.)
Wenn man es nicht schafft, das Leben dieser Menschen lebenswert zu machen, sollte man ihnen nicht noch das sterben erschweren.
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