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Ernst Trummer mit LHStv. Hermann Schützenhöfer und dem Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter.
Graz - Es ist so etwas, was man hinlänglich einen Paukenschlag nennt: Sieben Monate vor Beginn der Ski-WM in Schladming feuert der für die WM politisch zuständige steirische Landeshauptmannvize Hermann Schützenhöfer den Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen GesmbH, Ernst Trummer, dessen Unternehmen, eine Landestochter, die Organisation und Abwicklung der WM managt. Mit Trummer nahm auch die Spitze des Planai-Aufsichtsrates, Vorsitzender Candidus Cortolezis und sein Stellvertreter Oswin Kois, den Hut. Cortolezis ist Ex-VP-Politiker und im Hauptberuf Rechtsanwalt, Kois ehemaliger "roter" Vorstandchef des Landeskonzerns Energie Steiermark AG.
Kois und Cortolezis gaben Schützenhöfer gegenüber an, Wichtiges übersehen zu haben, nämlich dass Trummer für seine Tätigkeit beim geplanten Falkensteiner-Hotel in Schladming, an dem die Planaibahnen beteiligt sind, keinen Cent verdienen dürfe. Schützenhöfer: "Ohne Genehmigung der Generalversammlung hat Trummer gegen maßgebliche Bestimmungen seines eigenen Dienstvertrages gehandelt und für die Errichtungsgesellschaft des Hotelprojektes Falkensteiner ein Geschäftsführergehalt von der Planai bezogen, obwohl Aufgaben wie diese unentgeltlich durchzuführen sind."
Eine entsprechende Änderung im Dienstvertrag Trummers, sagt Schützenhöfer, "hätte nie passieren dürfen", und als "Generalversammlung" der Planaibahnen hätte er diese auch niemals genehmigt.
Einige tausend Euro habe Trummer seitdem über das Falkensteiner-Projekt zusätzlich und nicht ordnungsgemäß kassiert. Man habe ihm die Chance gegeben zurückzuzahlen und den Irrtum auszubügeln, dieser sei dazu aber nicht bereit gewesen. Trummer war trotz mehrmaliger Anfragen für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Wie es passieren konnte, dass die beiden Aufsichtsratschefs diesen zentralen Vertragsteil, wonach Trummer keine Extragage kassieren dürfe, übersehen hatten, könne er nicht nachvollziehen, sagte Schützenhöfer, der am Dienstag in einer eilig einberufenen Pressekonferenz die neuen, interimistischen WM-Chefs vorstellte. Ein Notteam sozusagen.
Die Organisation der Schladminger WM - Gesamtinvestitionskosten: rund 400 Millionen Euro - wird bis zur Eröffnung im Februar 2013 der jetzige Chef der Landes-Tourismusgesellschaft, Georg Bliem, nebenbei schaukeln. Als Aufsichtsratsvorsitzender wird Schützenhöfers Vertrauter, der Leiter der Sport- und Tourismusabteilung im Land, Hellmuth Schnabl (ÖVP) eingesetzt. Der Grazer Flughafendirektor Gerhard Wittmann (SPÖ) übernimmt den Vizeaufsichtsratsvorsitz. (Walter Müller, DER STANDARD, 12.7.2012)
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Allerdings scheint es so zu sein, dass sich Politiker neuerdings schneller dazu genötigt fühlen, zu handeln, weil die Öffentlichkeit sensibilisiert ist; eine Folge der vielen zu Tage getretenen Verwerfungen und der medialen Berichterstattung. Man kann nur hoffen, dass das ein wenig anhält und sich der Umgang mit Korruption in diesem Land ändert. Die gibt es nämglich immer, die Frage ist, wie man damit verfährt.
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