Zwölf Schüler aus Wien und Graz bei Zugunfall verletzt

27. Juni 2012, 05:46
  • Der zehn Tonnen schwere Triebwagen kippte "wie in Zeitlupe" zur Seite.
    foto: apa/peter haselmann

    Der zehn Tonnen schwere Triebwagen kippte "wie in Zeitlupe" zur Seite.

Auto kollidierte mit Zug, der Triebwagen kippte um

Wien - Glimpflich verlaufen ist Dienstagabend ein Zugunfall auf der Murtalbahn im Bezirk Murau in der Obersteiermark: Der Steuerwagen einer mit zwei Schulklassen aus Wien und Graz besetzten Triebwagengarnitur wurde bei der Kollision mit einem Pkw aus den Schienen gehoben und stürzte um. Zwölf Schüler und eine Lehrerin wurden leicht verletzt. Die meisten Verletzten konnten nach ambulanter Behandlung wieder aus dem Spital entlassen werden.

Der Unfall passierte laut Polizei kurz vor 18 Uhr auf einem unbeschrankten Bahnübergang in Lutzmannsdorf, Gemeinde St. Georgen. Der Lenker eines Pkw hatte die Stopptafel übersehen und war trotz Pfeifsignals in die Kreuzung eingefahren, als die zweiteilige Triebwagen-Garnitur aus Richtung Tamsweg mit etwa 50 km/h zum Bahnübergang kam. Wie der Direktor der Steiermärkischen Landesbahnen, Helmut Wittmann berichtete, entgleiste der Steuerwagen durch den Zusammenstoß, schlitterte 30 Meter am Gleiskörper dahin, ehe er durch eine Böschung gestoppt wurde und "wie in Zeitlupe" zur Seite kippte.

Schüler konnte aus dem Zug klettern

Schon vor dem Eintreffen der Rettungskräfte waren die Passagiere, etwa 50 Schüler - Mädchen und Buben im Alter von zehn bis zwölf Jahren - sowie zwei Lehrerinnen, aus dem Zug geklettert. Zwölf Kinder und eine Lehrerin wurden wegen Schnittverletzungen und Prellungen vom Roten Kreuz erstversorgt und in die Krankenhäuser Klagenfurt, Stolzalpe und Tamsweg gebracht. In einem Fall kam auch ein Rettungshubschrauber zum Einsatz. Der Großteil der Verletzten konnte nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden, vier befanden sich Mittwoch früh noch stationär in Beobachtung.

Der Triebwagenführer und der Pkw-Lenker blieben unverletzt. Die Bergung des zehn Tonnen schweren Steuerwagens erfolgte durch zwei Autokräne und war gegen Mitternacht abgeschlossen.

Die Murtalbahn, eine 1894 in Betrieb genommene Schmalspurbahn (760 mm Spurweite), verbindet Unzmarkt mit Tamsweg im Salzburger Lungau und wird von den Steiermärkischen Landesbahnen betrieben. (APA, 27.6.2012)

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Eine gewagte Behauptung:

Ich behaupte, dass die diversen Autofahrer und -innen die diversen Stop-Schilder und Rotlichter nicht "übersehen", sondern ignorieren.

In beiden Fällen gehören diese Personen buchstäblich aus dem Verkehr gezogen.

Wenn jemand ein 2,5 m hohes Stopschild übersieht, übersieht dieser jemand auch 1,7 m große Menschen und sollte zum Augenarzt gehen oder das Lenken eines Fahrzeuges bleiben lassen.
Und diejenigen, die zwar alles sehen, aber einfach ignorieren, also vorsätzlich handeln, sollten so behandelt werden wie alle anderen, die vorsätzlich Gesetze brechen.

Alles ist möglich!

Klar ist es möglich, das manche Autofahrer Rotlicht & Co ignorieren. Nur kann ich mir es ehrlich nicht vorstellen, weil dann müssten diese Autofahrer ja megakrank sein!

Ich wohnte jahrzehnte lang in der Sichtweite eines unbeschrankten Bahnübergangs.
Die Stopptafel wurde zu > 95% ignoriert, von langsamen drüberfahren (geht eh noch) bis zum hemmungslosen drüberbrettern.
(Sogar der ÖBB-Bus)
Die jetzige Lichtanlage wird zu > 95% respektiert.
Der größte Anteil der Unfälle waren Gewohnheitsfahrer, die immer zur gleichen Zeit über den Bahnübergang der Nebenbahn fuhren.
Nur irgendwann hat sich halt eine Fehler im Zeitplan ergeben.
Statistisch gesehen kannst Du es nämlich ein paar zehntausend mal machen bevor es kracht.
Es sind nur die Sekunde massgeblich, welche Du auf den Schienen bist - wenn der Zug schon am Übergang ist, fährt ohnehin niemand hinein. Den sehen die Leute ja doch.

Murtalbahn...

ist super!
noch besser und schneller wäre sie in Normalspur!

AM BESTEN

alle nicht beschrankten Bahnübergänge schliessen, dann können die Autofahrer auch nichts mehr "übersehen"!

Auf der Murtalbahn fährt grad noch alle zwei Stunden ein Zug.

Insofern haben's Bahn- und Autofahrer blöd erwischt.

So sehr mir Schmalspurbahnen gefallen

aber (zumindest bei der Mariazellerbahn) die Vorstellung, dass die Radln so breit sind wie der Mittelgang im Waggon (60cm) und die Leute links und rechts quasi über dem Abgrund sitzen, macht mich hin-und-wieder nervös.

Vor allem, wenn links eine schöne Aussicht ist und alle Touristen im sonst leeren Zug auf diese Seite stehen/sitzen.

Und dann kommt ein Auto und schon kippts um :)

Na wenigstens ist der Zug nicht von alleine umgefallen im Gegensatz zur A-Klasse vor vielen, vielen Jahren ...

Hoffentlich gehts den Kids bald wieder gut!

Genau ;)

Böse Schupser

Im Ernst: ist nicht vor ein paar Jahren in Salzburg oder Tirol eine solche Triebwagengarnitur bei einem starken Sturm auf freier Strecke umgekippt?

Das war auf der Pinzgauer Lokalbahn.

Immer diese angaben "Stoptafel oder Rotlicht übersehen"

Diese Signale werden in den seltensten Fällen übersehen, die werden einfach ignoriert.

Und meist folgt die Ansage:
"Um die Zeit kommt doch hier nie ein Zug vorbei.."

statt die Bahnübergänge mit Schranken nachzurüsten sollte man einfach Rotlichtüberwachungskameras beschaffen.
Zum einen Refinanzieren sich die in Ö sehr schnell, zum anderen kann man dann ein paar selbstmörderische Vollpfosten endlich aus dem Verkehr ziehen.

Schön langsam ists mir lieber,

diese IQ-Mangeltypen zögen sich an einer Taurus oder Hercules selbst aus dem Verkehr, diese schmeißt man nicht so leicht um. Von mir aus können sie sich ersatzweise auch eine Felswand aussuchen.

wäre zwar eine nachhaltige Lösung, aber da dabei leider immer auch Unschuldige zum Handkuss kommen (zumindest der Lokführer), ist das nicht wirklich erstrebenswert.

Genau

Ich kenne genug Länder mit wesentlich raueren Verkehrssitten, wo dennoch bei einem Bahnübergang wirklich alle davor stehenbleiben. Bei uns: Fehlanzeige! Der Triebwagen muss doch schon quasi vor der Nase gewesen sein, ich frag mich, wie man das Ding "übersehen" kann, wenn man wirklich schaut.

wenn man wirklich schaut

das könnte dann natürlich auch der grund für diesen unfall gewesen sein.

warum auch schauen?

ich bin da, ich will fahren.

Wäre ganz nett wenn eine zeitlang mal nix mehr passiert auf der Strecke..

Durchschnittsgeschwindigkeit österreichischer Nebenbahnen: 20km/h

Hat hin und wieder auch Vorteile.

raten Sie mal wieviele Leute mit dem Zug fahren würden, wenn dieser sich über 70 km mit 20 km/h fortbewegt und auf seiner Strecke auch noch bei jedem Hündehüttchen stehenbleibt...

lüüüüb!

Hündehüttchen

Bin grade letzte Woche noch mit der Murtalbahn gefahren, Ist mit Vmax 70 angeschrieben, ich hatte aber weils mich interessiert einen GPS Tracker mitlaufen, die Geschwindigkeit überstieg selten 50 km/h, somit wird der Schnitt eh in Richtung 20 gehen.

Aber geh doch, Fahrplanschnitt ca. 40 km/h
Und lieb ist sie auch noch:
http://www.alpenbahnen.net/html/murt... lbahn.html

Was mag es wohl für ein Wagen gewesen sein? Ein gepanzerter Proleten SUV? Oder ein ähnliches Gefährt, bei dem die PS höher sind, als der IQ des Fahrers?

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