Tweets über Juden bringen @sweden-Account in Verruf

13. Juni 2012, 13:26

Bizarre Aussagen über Juden lösen Diskussionen auf Twitter aus

Schon vor einiger Zeit hat die schwedische Tourismusbehörde in Zusammenarbeit mit dem Schwedischen Institut eine Kampagne auf Twitter gestartet, die es schwedischen Bürgern erlaubt, für eine Woche den offiziellen Landesaccount @sweden zu betreuen. Das offizielle Ziel ist es, authentische Personen im Namen des Landes twittern zu lassen und dabei Werbung für das eigene Land zu generieren. Das Projekt "Curators of Sweden" wurde vielerseits von Social Media Strategen kritisiert, da Ausuferungen befürchtet worden waren. Ideengeber war die Werbeagentur Volontaire.

Mehrere Tweets führen zu hitziger Debatte

Voraussetzung sind neben der schwedischen Staatsbürgerschaft lediglich Englisch-Kenntnisse. Sonja Abrahamsson, die im Momente als 27. den Twitter-Account für eine Woche übernommen hat, hat diese Voraussetzungen erfüllt, sich allerdings durch bizzare Aussagen im Microblogging-Dienst unbeliebt gemacht. Geführt haben dazu eine Reihe von Tweets über Juden. "Man kann nicht mal erkennen, ob Personen Juden sind, es sei denn, ihre Penisse sind zu sehen und nicht mal dann kann man sich sicher sein", ist nur ein Beispiel von Fragen, die sie sich und den Followern über Juden stellt. Im darauffolgenden Tweet schreibt sie, dass in Nazi-Deutschland Juden Sterne tragen mussten und falls sie es nicht getan haben, wusste niemand wer ein Jude ist oder nicht. Eine große Diskussion entstand, viele Twitter-User mischten sich ein.

Projekt läuft weiter

Die 27-Jährige ist nicht die erste, die mit solchen Aussagen Aufregung erzeugt: Schon Gizmodo berichtete im Dezember über den ersten Twitterer, der für @Sweden den Account übernommen hat. Damals schrieb der junge Schwede über Masturbation, Analsex, bezeichnete sich selbst als "Kaffee-Nazi" und erzeugte eine Welle der Empörung bei den Followern. Die schwedische Tourismusbehörde sieht Einzelfälle nicht als Grund das Projekt auf Eis zu legen und führt die Kampagne fort. (iw, derStandard.at, 13.6.2012)

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sudderds net!

die kleine ist ein troll im 4chan-style und von ihren mit-trollen dem komitee vorgeschlagen worden.
das komitee hat von netzkultur soviel ahnung wie von alpengewächsen und ist halt auf ihren 70er schwedenp0rn-look eingestiegen!

shit happens! schweden wirds überleben, alice im wlan-land sozusagen ;-)

hm, der allererste poster und aufreger wär vermutlich witziger gewesen zu lesen.
masturbation, kaffeegenuss, analsex klingt schon sehr nach einem sympathischen, jungen mann.

Klassischer Fall von

"wenn man keine Ahnung hat..."

Abgesehen von diesen dämlichen Tweets zeigen allerdings vergleichende Studien, dass Schweden beim Antisemitismus eher im oberen Mittelfeld der euroäischen Länder liegt - trotz oder gerade wegen des sehr niedrigen jüdischen Bevölkerungsanteils.

Wo lesen sie in den Beiträge der Frau Antisemitismus heraus? Oder irgendwas beleidigendes?

Nö, lese ich da nicht heraus, habe ich auch nicht behauptet

Ich habe ihr lediglich Ahnungslosigkeit unterstellt. Und dabei bleibe ich.

Wieso Ahnungslosigkeit - ihre Tweets sind ja nur Feststellungen - und nüchtern betrachtet hat sie mit ihren Feststellungen ja auch recht.

Ob es tatsächlich notwendig ist, solche Sachen zu twittern ist dabei ein anderes Thema.

Also zumindest der erste Tweet enthält keine Feststellungen, sondern Fragen, die ein ziemlich hohes Maß an Ahnungslosigkeit offenbaren.

jo mei

sie weiß halt ned was juden sind. who cares?

sehr unterhaltsame tweets btw.

fast so unterhaltsam wie @th3j35t3r zur lulzsec blütezeit

Vielleicht seh ich das zu naiv, aber hat die Person, die diese tweets geschrieben hat das nicht auch irgendwie unwissend und naiv gepostet?
Ein Mensch, der ein gewisses Vorwissen hat und sich Gedanken macht, schreibt solche Sachen nicht auf Twitter, außer, er möchte absichtlich provozieren - aber dann wäre das sprachlich vermutlich besser ausgeführt.

"Voraussetzung sind neben der schwedischen Staatsbürgerschaft lediglich Englisch-Kenntnisse."

So hoch waren die Ansprüche an den Englisch-Kenntnissen dann anscheinend doch nicht gesteckt.

"Man kann nicht mal erkennen, ob Personen Juden sind, es sei denn, ihre Penisse sind zu sehen und nicht mal dann kann man sich sicher sein"

Ohne Zweifel eine fragwürdige Aussage mit einem jedoch wahren Kern:
Man kann nicht mal erkennen, ob Personen Juden sind. Also warum differenzieren? F*** it, we're all the same.

Mir egal ob die über ihre Harninkontinenz bloggt oder nicht weiß was ein Jude ist, jedenfalls is sie ganz klar eine 9er-Frau!

Ekliche Verherrlichung

Wieso ist Geschmacklosheit nicht strafbar.

Wieso ist Dummheit nicht strafbar?

Weil dann 90% der Standard-Poster aus dem Gefaengnis ...

... posten muessten.

Gewisse Arten von Dummheit sind durchaus strafbar.

Aber es gibt auch Arten von Dummheit, wo der Dumme damit eh genug gestraft ist.

Wobei sich diese beiden Arten nicht komplett gegenseitig ausschließen.

Was "ein Jude" ist ...

wissen ja weder die Juden noch der Staat Israel so genau. Da gibt es einerseits religiöse Definitionen, kulturelle (was immer das bedeuten soll für Leute die aus Chicago, Tel Aviv, Moskau oder sonstwo kommen), und dann natürlich die in meinen Augen aller-rassistischte: wer von einem Juden im maximal soundsovielten Grad abstammt ist ein Jude. Interessanterweise wird gerade diese rassistische Definition vom Staat Israel im "Rückkehrrecht" verwendet.
Meine Definition: wer sagt er ist einer, soll von mir aus einer sein - wen kümmerts? Vom "Jude" sein sollten sich genauso viele Rechte, Pflichten oder Benachteiligungen ableiten lassen wie von der Augenfarbe: gar keine.
Ist aber leider zB gerade in Israel eben nicht so.

der staat .il sieht sich als safehaven fuer alle j.

Die j. hasser dieser welt verwenden nicht deine oder die j. definition wer j. ist und wer nicht (orthodox: mutter, liberal: elternteil), sondern die defintion der nuernberger gesetze.

Deswegen wurde das 'law of return' nach ein paar jahren in einem anhang auf diese gruppe erweitert.

Bloß ein Hort von Unwissenheit und Naivität, diese Frau...

"Where did CNN get the idea I hate Justin Bieber!? All I said was that in Sweden we are accepting people who likes him." - rofl

sie macht ihren job übrigens verdammt gut. manche verstehen es, andere eben nicht

;)

erfrischend

Irgendwelche Leute plaudern lassen. Was dabei rauskommt, darf man selbst für mehr oder weniger gelungen halten. Immerhin, man darf.
Von der ewigen PR hab ich die Nase reichlich voll. Die Wahrheit ist zumutbar, und so sieht es eben aus, so sind die Leute. Wäre hierzulande auch nicht anders.

Hier in Österreich würde aber sowas nicht funktionieren. Hochegger PR würde das im Sinne seiner Auftraggeber regeln und teuer unter die Erde bringen.

twitter.com/austria is da ja brav dagegen... :-)

Mir kommt gerade das Gruseln bei dem Gedanken, dass eventuell Österreich Tourismus auch auf die Idee kommen könnte...

Das Team Kanzler hat grad nicht viel zu tun...

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