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STANDARD: Gibt es die perfekte Fußballmannschaft? Falls ja, wie weit ist das österreichische Nationalteam davon entfernt?
Marcel Koller: Das ist Ansichtssache, hängt vom Blickwinkel ab. Wer entscheidet das? Der Zuschauer? Der Journalist? Der Trainer?
STANDARD: In Ihrem Fall entscheidet das natürlich der Trainer.
Koller: Es gibt Spiele, da hast du davor eine Idee im Kopf, du hast sie der Mannschaft im Training vermittelt. Setzt sie dann die Vorgaben im Match eins zu eins um, geht alles auf, kommt das einer Perfektion ziemlich nahe. Das absolut Perfekte gibt es aber nicht, denn Fußball ist auch ein Fehlerspiel. Barcelona ist natürlich großartig, was den Ballbesitz, die Sicherheit, das Spiel nach vorne betrifft. Aber Chelsea konnte dagegen arbeiten. Wäre Barcelona perfekt, wären die Spanier Champions-League-Sieger geworden. Aber Stangenschüsse und vergebene Elfmeter sind nicht planbar.
STANDARD: Perfektion bedeutet für den spanischen oder deutschen Teamchef wohl etwas anderes als für den österreichischen.
Koller: Ja, aber auch das ist Interpretationssache. Du lebst als Teamchef von der individuellen Qualität. Du hast nicht die große Möglichkeit, Leute zu formen. Ich übernehme sie vom Klub und versuche zusätzlich, innerhalb kurzer Zeit meine Ansichten zu vermitteln. Die Zeit, die man eigentlich benötigt, hat man nicht.
STANDARD: Macht es eigentlich Sinn, die Spiele der tipp3-Bundesliga zu verfolgen? Sie rekrutieren das Personal ja zum großen Teil aus dem Ausland. Andererseits nehmen Sie gleich ein Dutzend Spieler aus der heimischen Liga mit ins Trainingslager nach Seefeld. Ist das ein Zeichen, dass man es auch im Inland schaffen kann?
Koller: Absolut. Die meisten Legionäre kommen ursprünglich aus der österreichischen Liga. Es ist meine Pflicht, die Meisterschaft zu verfolgen. Wir brauchen die jungen Leute, wir müssen sie auf einer anderen Ebene anschauen und austesten.
STANDARD: Es wurde das bescheidene Niveau der Meisterschaft bejammert. Hat das mit dem Hang des Österreichers zur Raunzerei zu tun, oder war sie tatsächlich mies?
Koller: Wenn ich unterwegs bin, sagen die Leute, ach Teamchef, Sie tun mir ja so leid, dass Sie sich das antun müssen. Es macht eben einen Unterschied, ob ein Spiel in einem vollen, modernen Stadion in Deutschland oder in einem leeren, renovierungsbedürftigen in Österreich stattfindet. Man darf das nicht vergleichen, weil man es nicht vergleichen kann. Die guten Spieler gehen weg, ausländische Vereine kaufen 15-Jährige. Auch weil die Preise am österreichischen Markt im Vergleich zu anderen noch relativ niedrig sind. Wenn Bayern München ruft, geht man hin. Trotzdem gibt es keine Alternative zur Jugendförderung. Es wird schwierig, das Niveau dauerhaft anzuheben. Es geht darum, wie viel Geld man zur Verfügung hat, was ein Spieler kosten darf. Und da sind andere Länder im Vorteil. Auffallend war, dass wenige Tore gefallen sind. Aber nur Tore bringen Siege. Keine Tore reichen maximal zu einem Remis.
STANDARD: Trotzdem wächst der Druck aufs Nationalteam. Von einer goldenen oder zumindest silbernen Generation ist die Rede. Kicker wie David Alaba, Martin Harnik oder Christian Fuchs überzeugen tatsächlich bei ihren Klubs.
Koller: Man muss vorsichtig bleiben. Harnik und Fuchs fallen verletzt aus. Es ist nicht so, dass 30 Legionäre Schlange stehen. Elf gute Spieler ergeben nicht automatisch eine gute Mannschaft.
STANDARD: Sie wollen der Mannschaft eine Identität geben. Wie schaut die aus?
Koller: Es geht darum, Grundprinzipien, das Einmaleins zu vermitteln. Wie hat man zu verteidigen? Wie schauen Offensivwege aus? Was tun wir im Ballbesitz? Der Ball ist das schwierigste Gerät. Bist du mit ihm per du, ist alles einfacher. Wer mit ihm per Sie ist, hat ein Problem.
STANDARD: Das ist noch keine Antwort. Identität bedeutet Wiedererkennungswert.
Koller: Man soll von außen sehen, wie das Team verschiebt, wie es organisiert ist, ob es doppelt. Wie es umschaltet. Die Individualität kommt auch dazu. Wenn einer seine Stärke im Dribbling hat, muss er nicht gleich abspielen. Die Mannschaft soll extrem flexibel sein. Und der Trainer muss ihr jederzeit Lösungen anbieten.
STANDARD: Wo sehen Sie die größten Baustellen?
Koller: In der Defensive müssen wir viel konsequenter sein, das ganze Team, nicht nur die Verteidigung. Attackieren wir den Ball, kommen wir einen Schritt weiter.
STANDARD: Es ist ein Hype um Bayern-Legionär David Alaba ausgebrochen. Kann das für einen 19-Jährigen zu viel werden? Was halten Sie von Alaba?
Koller: Alaba ist ein hervorragender Fußballer und ein hervorragender Mensch. Kommt er auf dich zu, vermittelt er Freude und Offenheit. Er ist bodenständig geblieben. Er trägt den ganzen Hype um ihn nach außen hin locker. Ich habe viele Junge gesehen, die nach zwei guten Partien abgehoben und verschwunden sind. Alaba gehört sicher nicht dazu. Der junge Lukas Podolski hat auch immer das ganze Theater ertragen, auf dem Spielfeld ließ er sich nie etwas anmerken. Das ist die wahre Kunst.
STANDARD: Ist Alaba im ÖFB-Team schon ein Führungsspieler?
Koller: Führungsspieler, wie wir uns das vorstellen, dafür ist es noch zu früh. Dirigent kann er keiner sein. Aber von seiner Spielweise her hat er absolute Führungsqualitäten. Er verlangt den Ball, riskiert etwas.
STANDARD: Ein Reibebaum war immer Marko Arnautovic. Er hat zuletzt in Bremen kaum gespielt, auch weil er verletzt war. Warum haben Sie ihn einberufen?
Koller: Weil er unbestritten Qualitäten hat. Er hat gesagt, dass er sich verändert hat und ruhiger geworden ist. Arnautovic muss sich vernünftig präsentieren. Dass alle vor ihm strammstehen, wenn er auftaucht, kommt nicht infrage.
STANDARD: Beim ersten Lehrgang im Spätherbst 2011 ging es ums Kennenlernen. Was soll in den zwölf Tagen in Seefeld passieren?
Koller: Es ist auch wieder ein Kennenlernen, weil neue Spieler dazustoßen. Seefeld ist ein Weiterführen des Weges, den wir begonnen haben. Eine Mischung aus Theorie und Praxis. Für uns geht es richtig los, es wird intensiv.
STANDARD: Inwieweit muss man auf die Müdigkeit Rücksicht nehmen? Viele Teamspieler hatten praktisch keinen Urlaub.
Koller: Ärzte schauen sich das genau an, man erstellt, falls nötig, individuelle Programme. Die Leute werden nicht sinnlos über den Rasen gehetzt. Das ist eine Erfahrungs- und Kopfsache. Entscheidend ist, dass einer Ja zum Fußball sagt. Will man etwas unbedingt, fällt es leichter. Ein Profi hat nur 15 Jahre Zeit. Er muss sich die Frage stellen, will er die WM 2014 im Fernsehen schauen oder live dabei sein? Die Antwort ist einfach, nur muss er etwas dafür tun. Denkt sich einer, Gott, bin ich müde, ist er es auch. Sagt er, ich freue mich, das Team ist super, ist er wach. Du musst dem Ganzen bejahend gegenübertreten.
STANDARD: Ist Seefeld ein Erfolg, wenn in Innsbruck die Ukraine und Rumänien geschlagen werden? Das sind Gegner auf Augenhöhe.
Koller: Die sind nicht auf Augenhöhe, sie liegen in der Rangliste weit vor uns. Es ist nur das Gefühl, dass wir dort sein müssten. Wir können nicht davon ausgehen, zweimal zu siegen. Aber wir wollen es unbedingt.
STANDARD: Ziel muss die WM 2014 in Brasilien sein. Deutschland ist in der Qualifikation Topfavorit, Österreich ist aber so stark wie Schweden oder Irland. Würden Sie dieser Behauptung zustimmen?
Koller: Nein. Wären wir genauso gut, wären wir jetzt bei der EM in Polen und in der Ukraine. Schweden und Irland sind es. Wir wollen uns weiterentwickeln und irgendwann qualifizieren. Momentan sind wir auf dem vierten Platz. Es liegt an uns, das zu ändern. (Christian Hackl, DER STANDARD, 26./27./28.5.2012)
MARCEL Koller (51) ist seit 1. November 2011 ÖFB-Teamchef. Der Schweizer debütierte mit einem 1:2 in der Ukraine, danach wurde Finnland 3:1 besiegt. Am 1. und am 5. Juni wird in Innsbruck gegen die Ukraine und gegen Rumänien getestet, am 15. August in Wien gegen die Türkei. Im September startet die WM-Quali.
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Das Happel-Stadion wird bei der mehr als vorentscheidenden Partie des Teams am 7. Juni mit knapp 50.000 Menschen gefüllt sein
Das 2:2 in Irland könnte, muss aber nicht Goldes wert gewesen sein. Für Teamchef Koller bleibt der Weg zur WM nach Brasilien "verdammt hart". Die Nation glaubt an ihre Fußballer, am 7. Juni steigt in Wien gegen Schweden das erste Finalspiel
Österreich bleibt nach einem 2:2 gegen Irland im Rennen um die WM 2014. David Alaba gelingt in letzter Minute der Ausgleich für das Team von Marcel Koller, das nur zu Beginn und gegen Ende halbwegs überzeugen kann
Bayern-Legionär sichert mit einem Treffer in der Nachspielzeit das 2:2-Remis in Irland. ÖFB-Team sah trotz 1:0-Führung lange wie der Verlierer aus
Star der Iren ist eindeutig ihr italienischer Trainer Giovanni Trapattoni. Marcel Koller glaubt trotzdem, dass am Dienstag eher die Spieler entscheiden werden. Robbie Keane fällt aus
Die Färöer sind abgeschlossen und das ÖFB-Team blickt am Dienstag in Dublin einer ungleich schwierigeren Aufgabe entgegen. Koller lässt die Stürmerfrage offen
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Marcel Kollers Vertrag läuft im November aus, ob er dem ÖFB darüber hinaus erhalten bleibt, hängt in erster Linie von den Ergebnissen ab. Auch eine Rückkehr in den Klubfußball ist für den Schweizer reizvoll
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Die WM-Quali gegen die Färöer rückt näher, am Freitag ist es so weit. Die Vorbereitung des Fußballteams läuft unfallfrei ab. Marko Arnautovic spekuliert mit einem frühen Tor, Andreas Ivanschitz auch. Es zählen der Sieg und der Glaube an Brasilien
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da ulmer und fuchs fehlen, wieso nicht mal wirklich alaba auf LV ausprobieren?
------------almer----------------
garic--prödl--dragovic--alaba
---scharner----leitgeb
junuzovic--ivanschitz--jantscher
-----------janko------------------
bank: arnautovic, baumgartlinger, suttner, hinteregger, burgstaller
seh ich genauso, unter normalen bedingungen wird a fuchs als lv und alaba als dm spielen. doch da fuchs verletzt ist sollte die nächsten 2 spiele alaba dort spielen, im mittelfeld gibt es genug alternativen, im lv haben wir eher einen mangel (auch wenn suttner eine passable leistung das letzte mal geboten hat)
Sorry aber diese Überlegungen haben etwas constantineskes. Wir werden uns als Mannschaft nicht weiterentwickeln wenn der stärkste Spieler als Lückenbüsser ständig hin- und hergeschoben wird.
Die gerade erst gefundene Achse Baumgartlinger, Alaba schon im dritten nzw. viertenTestspiel zerreissen zu wollen ist auch grenzwertig.
es ist ein testspiel, deshalb geht es darum dinge auszuprobieren und alternativen aufzuzeigen. alaba spielt in seinem verein lv, deshalb wäre es nicht verkehrt einmal zu testen ob das überhaupt im nt funktioniert. das hat nichts mit lückenbüßertum zu tun, sollte in nächster zeit fuchs mal dem nt länger fehlen ist es nicht verkehrt den besten linksverteidiger der deutschen buli dort aufzustellen, egal ob er sich im dm wohler fühlt oder nicht. vielleicht funktioniert es im nt sowieso nicht (wir sind ja nicht bayern), deshalb sollte das in einem testspiel ausprobiert werden und nicht erst in der wm-quali.
Ach herje es ist ein Testspiel wo es zur Zeit darum geht sich weiter zu entwickeln und vor allem sich einzuspielen und das wird nicht gelingen wenn es null Konstanz in der Aufstellung gibt.
Wie man es nicht macht hat doch bitte DICO mit seinen permanenten Rochaden sehr beeindruckend vorgeführt.
Wenn man alle Varianten probieren will reichen hundert Testspiele nicht.
Alaba soll im Team auf der Position spielen wo er den grössten Unterschied ausmachen kann und das ist bei uns nicht die LV Position. Wir sind nicht Bayern und haben keinen Schweinssteiger oder Kroos im Zentrum.
der eine bringt nichts als fehlpässe zustande, der andere war in den letzten länderspielen konstant bei den besten. im standard.at kann man nicht erwarten, dass sich die fußballexperten hier herumtreiben. die muss man woanders suchen.
scharner hat noch nie unter koller gespielt und sollte mal von ihm getestet werden. noch dazu spielt er nicht ohne grund in der pl, hat auch mehr (internationale) erfahrung und ist in der offensive gefährlicher. baumgartlinger hat in der nl starke spiele abgeliefert, das stimmt, aber da die verteidigung bis auf garic sehr jung ist sollte es einen erfahrenen dm geben, mit baumgartlinger wäre mir die ganze defensive zu jung. aber sollte doch baumgartlinger statt scharner spielen hätte ich auch kein problem damit.
tatsächlich den scharner anstelle vom baumi aufstellen, ist er entweder blind oder ein blindgänger als trainer. scharner ist obwohl nicht mehr der jüngste kein ruhepol und wird es nie sein. jeder halbwegs begabte jüngere kicker hat eine bessere ballbehandlung. scharner ist im besten fall als notnagel in der innenverteidigung einzusetzen oder als zeugwart.
der didi hatte wenigstens ein paar geile sager auf lager, wohingegen der koller langweilig ist wie ein emmentaler.
güldene generation? alaba wird sträflich überschätzt, arnautovic stolpert über sich und seinen hund, harniks ballbehandlung um es in der sprache kollers auszdrücken ist "per sie", dragovic gibt honoratioren eine kopfnuss... solche typen sollen eine güldene generation ergeben?
DiCo war der größte "Didi", den das ÖFB-Team je hatte. Und als Hymne hätte man bei ihm spielen müssen: "Jo, wir san mitn Radl do". Bei seinen taktischen Finessen fehlte nur, dass er Allzweckwaffe Maierhofer ins Tor stellte, weil er ein Langer ist.
Koller: Man soll von außen sehen, wie das Team verschiebt, wie es organisiert ist, ob es doppelt. Wie es umschaltet. Die Individualität kommt auch dazu. Wenn einer seine Stärke im Dribbling hat, muss er nicht gleich abspielen. Die Mannschaft soll extrem flexibel sein. Und der Trainer muss ihr jederzeit Lösungen anbieten.
Man sieht, dass Koller kein Mann der Praxis ist. ;-) Der redet so abstraktes Zeug daher und ist bei weitem nicht so kreativ und cool wie die radelnde Trainerlegende DiCo. Unter DiCo hätte es noch geheißen: Bessere Kicker haben wird nicht. Und mitspielen kann er Trainer auch nicht. Und außerdem hatten wir zum 500. Mal das Glück gegen uns. Und zu guter letzt ist man ohnehin auf dem richtigen Weg, weil man sich noch im Aufbauprozess eines neuen Teams befindet............
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